Adhs Coach

Adhs-Trainer

Coachingkonzept zur Beratung von Klienten mit ADHS-Symptomen von Regine Hinkelmann. Das Wort "Coach" deutet richtig an, dass es sich um einen Trainer im weitesten Sinne handelt. ADHD Coaching für Erwachsenen und Erziehungsberechtigte ~ individuell und wirkungsvoll

ADHS ist keine Erkrankung. ADS ist keine Erkrankung, sondern eine Persönlichkeitskonstitution. ADHS-Patienten haben eine spezielle Sichtweise, ein anderes Denkvermögen, eine andere Denkweise, ein anderes Gefühl und ein anderes Wirken. Selbstverständlich ist mir bekannt, dass ADHS amtlich als psychische Diagnostik angesehen wird. Als ausgebildeter Therapeut bin ich natürlich auch mit den gesundheitlichen Grundzügen der ADHS bekannt, wie z.B. den besonderen Eigenschaften des Gehirnstoffwechsels.

Außerdem erfahre ich in meinen Trainings tagtäglich, welchen Druck ADHS haben kann. Neben den Problemen, für die meine Kunden zu mir kommen, habe ich auch eine sehr reichhaltige Auswahl an Talenten, Fertigkeiten und Kräften in meiner Tätigwerden - die meine Kunden haben, weil sie so wie sie sind gewirkt werden.

ADHS-Leute sind immer ein Komplettpaket mit typischer Schwäche, aber auch mit typischer Stärke. Deshalb ist ADHS für mich eine Persönlichkeitskonstitution, eine spezielle Disposition und eine andere Seinsweise. Sie kann zu Beschwerden und Krankheiten werden, wenn sie nicht verstanden, nicht akzeptiert und nicht bewältigt wird.

Die Arbeit mit meinen Kunden gefällt mir, weil ich sie als Persönlichkeit ansehe.

ADHS Einzelcoaching für Erwachsenen

"Sie können sich kaum denken, wie sehr ich Ihnen danke und welche Einsichten und Energie Sie in mir auslösen. Ich brauchte lange, um den Weg zu meiner Persönlichkeit zu gehen, ich wußte nicht mehr lange, daß da ein Schloß davor war. Sicherlich gibt es noch viel zu viele Menschen, die wenig Ahnung haben, was ADHS oder ADHS ist und was man daraus machen kann - wenn es anerkannt und verwaltet wird.

Betreuung von ADHS-Kunden

Das Symptom des Aufmerksamkeitsdefizits und der Hyperaktivität (ADHS) kann zu zahlreichen Problemen im Leben und in der Arbeit führen. Das Coaching kann dieses Behandlungskonzept wirkungsvoll unterstützen. Durch die hohe Konnektivität in der Berufswelt ist Coaching besonders geeignet, um die aus ADHS-Symptomen resultierende Problematik am Arbeitplatz zu beheben. In den letzten Jahren ist das Problem des Aufmerksamkeitsdefizits und der Hyperaktivität (ADHS) deutlich angestiegen.

Verglichen mit herkömmlichen Therapieformen wie Drogentherapie und psychotherapeutischer Therapie wird Coaching relevanter - und leistet auch einen Beitrag zur Distigmatisierung der Erkrankten. Die ADHS mit den drei kardinalen Symptomen Aufmerksamkeitsstörung, Impuls und Überaktivität galt bis in die 1980er Jahre als eine Erkrankung der Kindheit und Jugend. Dies beweist, dass ADHS bei Kindern und Jugendlichen bis ins Erwachsensein anhält.

Neben dem oben geschilderten Symptomdreiklang haben Menschen mit ADHS oft Defizite im Arbeits- und Gesellschaftsverhalten, ein geringes Selbstwertgefühl und eine geringe Frustrationstoleranz. 2. Doch immer öfter gibt es Anzeichen dafür, dass Coaching nachhaltig erfolgreich ist. In einem begrenzten Zeitrahmen begleitet es Kunden bei der Untersuchung, Verarbeitung und Lösungsfindung von Arbeits- und Lebensweltproblemen.

Bislang gibt es jedoch nur wenige Studien und Modellierungen für das ADS-Coaching. Zum Coachingkonzept für Erwachsene mit ADHS gehören symptomgesteuerte Maßnahmen zur Behandlung von arbeitsbedingten Problemen. Bei ADHS im Erwachsenalter ist sie durch die oben beschriebenen Symptomtriaden gekennzeichnet. Überaktivität und Reizüberflutung nehmen oft mit dem Lebensalter ab, nicht aber Nachlässigkeit.

Dies ist wie folgt gerechtfertigt: Obwohl die Beteiligten sich zwar selber Zielsetzungen geben und daraus eine theoretische Herleitung vornehmen können, scheitert sie in der Realität oft an ADHS-spezifischen Kompetenz- und Leistungsdefiziten. Nur wenn der Coach und der Kunde eine strukturierte Vorgehensweise als stabilen Rahmen für den Change-Prozess definieren, kann eine Lösungsstrategie erarbeitet werden.

Der ADHD-Coach verfügt darüber hinaus über ein (2) "kooperatives Arbeitsklima" von Anerkennung und Einfühlung, das dem von Greif et al. (2012) erfahrungsgemäß nachgewiesenen ergebnisrelevanten Verhalten für den Coach entsprich. Auf diese Weise erarbeitet der Consultant mit dem Kunden Modelle, die seine Mittel in Anspruch nehmen und aufeinander folgende, praxisnahe Handlungsanweisungen erteilen. Der ADHS-Coach erhält laufend Rückmeldungen vom Kunden, um sicherzustellen, dass seine Methode ausgeschlossen werden kann.

Der ADHS-Coachingprozess besteht aus sechs Phasen. Im ersten Schritt bilden die Kongruenzphase, der Coach und der Kunde den Rahmen für den Ablauf. Hierzu gehört die Entwicklung eines vertrauensbildenden und entwicklungsfördernden Arbeitsklimas als psychologischer Rahmen und die Erstellung eines Coaching-Vertrages. Der Coach und der Kunde prüfen in der Analysephase den ungewollten aktuellen Zustand und legen den gewünschten Zielzustand fest.

Im ADHS-Coaching ist die Veränderungsphase strikt sequentiell, da die Kunden dazu tendieren, mehrere Zielsetzungen parallel zu erreichen. Dabei werden symptomgeführte Eingriffe gewählt, die auf die ADHS-Symptome abgestimmt sind. Der Prozess weicht hier vom Coaching-Prozess für Kunden ohne ADS ab. Im letzteren Fall, wenn die Endphase in der Regel nach der Veränderungsphase gesucht wird, beinhaltet das ADHS-Coaching an dieser Stelle eine Zwischenevaluierung, die den Prozess der Selbstständigkeit durch zwei nachfolgende Phasen begrifflich festschreibt und durch die Reflexionsphase auslöst.

Nach der Veränderungs- und Reflexionsphase kann ADHS-Coaching von vornherein nicht verlangen, dass der Kunde vom Coach unabhängig wird. Stattdessen muss ein speziell für diese Ablösung geschaffener Prozessteil gestaltet werden, in dem Kunde und Coach überprüfen, ob der Kunde in der nachfolgenden Stabilisierungs- und Autonomisierungsphase in den Prozess der Selbstständigkeit eintreten kann. Sollte das angestrebte Ergebnis nicht zufrieden stellend sein, kann das Training auf frühere Etappen ausgeweitet werden.

Für Patienten mit ADHS-Symptomen ist diese Möglichkeit eine wesentliche Erfolgsgröße, da die Erfassung von neuen Handlungsmustern so stark ausgeprägt sein muss, dass die Routine vom Kunden selbst erarbeitet wird. Bei positiver Beurteilung tritt der Kunde in die Stabilisierungsphase ein. Weil die Patienten mit ADHS sehr unterschiedlich stark symptomatisch sind, bedeutet das Konzept eine individuelle und bedarfsorientierte Flexibilisierung in dieser Prozessstufe.

Dabei kann der Coach den Kunden durch telefonisches Coaching oder Unterstützung am Einsatzort begleiten. Die in der Veränderungsphase erarbeiteten und in der Reflexionsphase untersuchten Aktionsmuster werden vom Auftraggeber daraufhin überprüft, ob sie für sein Arbeitsumfeld passen und somit die Tragfähigkeit für den Erfolg des Coachings sicherstellt. Zusätzlich werden Rituale eingeleitet, mit denen der Kunde seine Motive für eine nachhaltige Veränderung seines Verhaltens stärkt.

Jetzt wird der Austauschprozess des Kunden ausgearbeitet. Trainer und Kunde kommen in einem grösseren Zeitintervall zusammen. Der Coach begleitet den Kunden zwischen den Sessions nur im Bedarfsfall per Telefoncoaching. In den Sessions wird eine kritische Bewertung vorgenommen, welche neuen Vorgehensweisen der Mandant aus den in der Stabilisierungsphase geprüften Handlungsanweisungen bei arbeitsbezogenen Fragestellungen regelmÃ?ssig umsetzt und welche Verhaltensmuster er noch abändern bzw. festigen muss, um die gewÃ?nschten Vorgehensweisen zu erarbeiten und die von ihm gewÃ?nschte Handlungskompetenz des Selbstcoachings zu erlernen.

Im Abschlussgespräch endet das Training mit einer Einschätzung des Erfolges. Um mit dem Aufmerksamkeitsdefizit umzugehen, ist eine sorgfältige und strukturierte Analyse der Probleme und die Definition der Zielsetzungen im Rahmen des ADHS-Coachings wichtig für den Erfolg. In wissenschaftlichen Studien (Behrendt, 2012; Wien, 2014) wird gezeigt, dass die Faktoren Erfolgsfaktor Aktualisierung und Problemlösung den Erfolg von Coachings in erheblichem Maße ausmachen. Auf diese Weise konnten die Kunden ihre Zielsetzungen besser erreichen, wenn sie zum Kernpunkt ihrer internen Probleme gelangten (Problemaktualisierung), sie klarer formulieren und neue Handlungsfähigkeiten entwickeln konnten (Problemlösung).

Die Bewertung der Resourcen ist auch im ADHS-Coaching sehr wichtig. Dass ein ressourcenaktives Handeln des Coaches einen hohen Fortschritt bei der Erreichung der Ziele garantiert, hat Behrendt (2006) in einer statistischen Untersuchung belegt. Besonders für Patienten mit ADHS-Symptomen ist der Effekt der Aktivierung von Resourcen besonders wichtig, da sie ihre Resourcen oft nicht erkennen und nur schwer zugänglich sind.

Eine weitere Maßnahme zur Fokussierung ist das Drei-Welten-Modell (Schmid, 1990). Im ADHS-Coaching wird der Klient als analytisches Werkzeug eingesetzt und richtet seinen Fokus darauf, in welches Umfeld bzw. an welche Schnittstelle zwischen den Lebensumgebungen sich sein Interesse richtet oder welche Interessenkonflikte auftauchen. Weil Kunden in der Regel Schwachstellen in der Prioritätensetzung aufweisen, hilft ihnen der Coach mit methodischen Fragestellungen bei der Klärung von Belangen und Rollen sowie deren Eingrenzung.

Weil das Model den Kunden Klarheit über ihre verschiedenen Lasten in den drei Wohnumgebungen gibt, kann es neben der Steigerung der Aufmerksamkeit auch helfen, der Überaktivität entgegenzuwirken. Das Differential Incongruence Model (DIM) nach Speierer (2013) soll der Bewältigung der inneren Ruhelosigkeit und Überaktivität dienen, die sich aus einer Unstimmigkeit des Kunden ergeben kann.

Der Coach nutzt das Modell zur Diagnose der Interaktionsfelder, in denen Inkongruenzen (IC) entstehen. Dabei identifiziert er die Stufen von IC, arbeitet an ihnen und den Erfahrungen von IC und untersucht das Selbstverständnis des Kunden sowie die Coping-Strategien und Resourcen. Trance-Intervention ist die Ausrichtung und Fokussierung der internen und externen Wahrnehmung.

Geführte Trance kann der Überaktivität von Patienten mit ADHS-Symptomen entgegen wirken, indem sie Relaxationskompetenz und Aufmerksamkeit für die innerpsychische Wahrnehmungsfähigkeit fördert, um vorhandene Verhaltensmuster zu überwinden. Das Leitbild des Inner Team (Schulz von Thun, 2013) soll die Impulse reduzieren und die Fähigkeit zum Selbstmanagement erhöhen. Diese Proportionen können über das Model identifiziert werden.

Die ADHS-Trainerin weist den Kunden an, seine "multiple Persönlichkeitskomponenten" in konkreter und detaillierter Form darzustellen. Es ist wichtig, die Kunden auf ihre ADHS-spezifischen Teile aufmerksam zu machen und die geforderte Eigenakzeptanz zu steigern. Auf diese Weise macht der Coach dem Kunden klar, dass viele seiner Beschwerden nicht durch seine Person, sondern durch ADHS-Symptome induziert werden.

Der Coach sensibilisiert den Kunden dafür, warum gewisse intrapsychologische Verhaltensmuster, besonders ADHS-relevante Teile, in bestimmten Fällen eine Problemdominanz über ihn erlangen können. Es ist auch notwendig, die gegensätzlichen Komponenten in den Lösungsprozeß einzubinden, die Möglichkeit des Perspektivenwechsels zu befördern und den Kunden zu ermöglichen, die Komponenten als dynamischen Kraftquell zu verwenden, um das selbst reflektierende Kontroll-Ego des Menschen zu befördern.

Man sollte ihn ermutigen, sich mit intrapsychischen Mustern auseinanderzusetzen, um seine Eigenwahrnehmung und Selbstbeherrschung zu steigern und die lmpulsivität zu mindern. Der Coach hat die Funktion, den situationsabhängigen Status des Kunden in der Aufnahme seiner Teile behutsam zu verfolgen und seine Gefühle zu betrachten, die durch Impulse unfiltriert auftritt.

Es geht darum, eine Zusammenarbeit zwischen bewusst und unbewusst mit dem Auftraggeber zu entwickeln und auch die beanstandeten Teile zu berücksichtigen, die in der Regel auf den Interaktions-partner projektiert und dort abgewehrt werden. Mit diesem Eingriff hilft der Coach dem Kunden, seine potenzielle Impulsbereitschaft im Entscheidungsfindungsprozess zu mindern, indem er einzelne Schritte reflektiert und verfolgt.

Der ADHS-Kunde ist angewiesen, die Machbarkeit seiner Bedenken und die Zweckmäßigkeit möglicher Maßnahmen genau abzuschätzen und zu bewerten, um seine Konzentration auf ein bindendes Ergebnis zu richten. Im zweiten, der Pre-Reaktionsphase, wird mit dem Coach abgewogen, mit welchen Maßnahmen er den verbindlichen Zielzustand in der Pre-Decision-Phase einhält.

Im dritten Schritt, der Aktionsphase, denkt der Kunde nicht mehr darüber nach, ob er ein konkretes Anliegen verfolg. Mit der kognitiven Einengung wird die Konzentration der ADHS-Patienten sichergestellt und ein Nachdenken über die Therapie vermieden. Am Ende der Post-Action-Phase bewertet der Kunde die Ergebnisse mit dem Coach.

Die Verfolgung des Zieles in kleinen Schritten führt den Klienten zu einer geordneten Darstellung der Möglichkeiten und Gefahren einer Maßnahme. Die ADHS ist ein Problem, dessen Stärke durch die zunehmende Verbreitung von sozialen Medien und Mobiltelefonen mit zunehmender Internationalisierung steigen dürfte. Das ADHS-Coaching wird vor diesem Hintergund aufgrund seiner Vernetzung in der Arbeitswelt immer wichtiger.

Dabei wird dem Thema Coachings eine zunehmende gesellschaftliche Bedeutung beigemessen. Bei konsequenter Umsetzung dieses Konzepts kann sich das Kräfteverhältnis zwischen psychotherapeutischer Begleitung und Beratung in der Versorgung von ADHS-Patienten verändern. Berücksichtigt man diesen Gesichtspunkt auch in Relation zum Stigmatisierungs-Effekt, kann festgestellt werden, dass Coachings der gegenwärtigen Vorherrschaft der medizinisch-therapeutischen Therapie entgegen wirken und wesentlich zur Distigmatisierung der Betreffenden beizutragen haben.

Wie und warum Coaching funktioniert.

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