Behandlung von Burnout

Burnout Behandlung

Wie ein Burnout behandelt wird, hängt einerseits von den vorhandenen Symptomen und andererseits von den Bedingungen ab, unter denen er sich entwickelt. Swiss Society for Anxiety & Depression - Behandlung von Burnout

Wie ein Burnout behandelt wird, hängt zum einen von den vorhandenen Symptomen und zum anderen von den Bedingungen ab, unter denen er sich entwickelt. Wenn Symptome einer depressiven Störung oder Angststörungen (oder beides) vorliegen, wird die Behandlung gemäß den Therapieempfehlungen für die Behandlung von Depressionen oder Angststörungen durchgeführt. Die Behandlung von Schlaf- und Schmerzsyndromen muss ebenfalls nach den derzeit gängigen Behandlungsmöglichkeiten für diese Krankheiten erfolgen.

Zu den Therapien gehören in der Regel die psychotherapeutischen, medizinischen und anderen zusätzlichen Therapiemethoden (z.B. Lichttherapie, Physiotherapie, Bewegungstherapie). Wenn sich aufgrund der Burnout-Ätiologie (im Zusammenhang mit chronischem Stress) ein klinisches Bild wie Depressionen herausgebildet hat, müssen weitere, spezielle Therapiemöglichkeiten im Zusammenhang mit der Behandlung der Burn Out Konstellation einbezogen werden. An erster Stelle sind hier Stressmanagementstrategien im Kontext von psychotherapeutischen Therapieansätzen zu erwähnen.

Dazu kommen Entspannungsmethoden, die Förderung von Ressourcen und die Förderung einer ausgewogenen Work-Life-Balance. Besonders wertvoll sind die Maßnahmen zur Arbeitsgestaltung am Arbeitsort, die zusammen mit dem Betroffenen erarbeitet werden, um die Strukturen und die Leistungsfähigkeit zu lernen, die sich auch auf das Verhalten und die Arbeitsgestaltung des Betroffenen selbst auswirken.

Das Entwickeln von Strategien zur Stressbewältigung, die Unterstützung von Resourcen und Proportionen des Menschen durch Erholungs- und Entspannungsmethoden sowie die Unterstützung bei der Gestaltung einer leistungsfähigen Arbeitsgestaltung sind Maßnahmen, die in jeder Phase des Burnout-Prozesses eingesetzt werden müssen.

Burnout / Burnout-Syndrom und Behandlung

Burnout-Syndrom ist ein Leiden mit starker Ermüdung, Leistungsminderung und Hoffnungslosigkeit, oft mit Selbstanklage, physischen (psychosomatischen) Leiden und Symptomen von Depression oder Angst. Die Krankheit ist auf eine starke Überlastung vor allem im professionellen Sektor zurückzuführen, der dann eine immer größere Entfernung genommen wird. Doch auch eine Bürde im Privatbereich (z.B. durch pflegende Angehörige) oder die doppelte Bürde als berufstätige Eltern können zu einem Burnout-Syndrom werden.

Unter Burnout wird aber auch der Prozess verstanden, den ein überwiegend ideeller Profi unter widrigen Einsatzbedingungen, übermäßigen Leistungsansprüchen, wenig Handlungsspielraum oder kränkelnden Erfahrungen durchläuft. Die Betroffenen werden trotz hohen, oft enthusiastischen Engagements immer frustrierter im Beruf, erleben sich nicht mehr als Erfolg und Wirkung, zweifeln an sich selbst, werden letztlich gleichgültig und Zyniker, bis das volle Bild des Burnouts erreicht ist.

Bei der Entwicklung dieses klinischen Bildes sind neben den Erfordernissen der heutigen Berufswelt auch die individuelle Situation der beruflichen Tätigkeit sowie private Lasten und persönliche Versuche, mit ihnen umzugehen, von Bedeutung. Burnout-Syndrom wird heute als stressbedingte Erkrankung angesehen. Bei Depressionen und Burnout-Syndrom müssen die Stressfaktoren auf medizinisch-biologischer und psychosozialer Basis detailliert untersucht werden.

Überlegungen, Empfindungen und Verhalten, die zu den Erkrankungen beitragen oder diese erhalten, müssen anerkannt, begriffen und therapiert werden. Ausgehend von dieser Verhaltenstherapie wird ein eigenes Therapiekonzept entwickelt. Der Burnout wird in der Praxis meist durch individuelle Psychotherapie, Gruppentherapien, nonverbale Therapiemethoden (z.B. Kunst- oder Körpertherapie) und Sporttherapien eventuell auch psychopharmakologisch begleitet.

Für das typische Burnout-Syndrom gibt es eine besondere Therapie gruppe mit einem modularen Aufbausystem. Bei dieser Burnout-Gruppe wird das Verstehen der Erkrankung und ihrer Ursache vorangetrieben, die Ursache in den äusseren, oft professionellen Verhältnissen und Haltungen untersucht und, wenn nötig, die problematischen (dysfunktionalen) Persönlichkeitsmerkmale verändert.

Auch hier spielt das Thema Stressbewältigung eine große Rolle, d.h. wie man mit Stress umgeht, wie man Stress abbauen und Tätigkeiten zielgerichteter ausbalancieren kann. Durch die fundierte und praktische Vorgehensweise erfreut sich diese Therapie auch bei den noch nicht psychotherapeutisch behandelten Patientinnen und Patienten einer hohen Anerkennung.

Therapeutisches Therapieziel ist neben der Reduzierung externer Stressfaktoren die Änderung der depressiven Wahrnehmung (Gedanken, Einstellungen) wie z. B. Aussichtslosigkeit, Ohnmacht oder ungünstige, sogenannte dysfunktionale Verhalten. Problemverhalten, wie z. B. fehlende Fähigkeiten im Stressmanagement, Durchsetzung und Abgrenzung, soziale Verständigung oder exzessive Performance-Orientierung, werden in speziellen Gruppen-Therapien therapiert und ein förderndes (funktionelles) Verhaltensrepertoire erarbeitet.

Eine wesentliche Zielsetzung der ambulanten verhaltenstherapeutischen Behandlung ist daher die Weiterentwicklung von Fähigkeiten und die Veränderung von dauerhaften Verhaltensmustern (sog. dysfunktionalen Mustern), die zur Entstehung von Depressionen oder Burnout-Syndromen beitragen. In unserer Praxis beträgt die Behandlungsdauer bei Burnout-Patienten durchschnittlich 6 - 8 Wochen. Im Regelfall ist eine nachfolgende psychotherapeutische Behandlung nach dem Burnout empfehlenswert.

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