Burnout Schweiz

Burn-Out Schweiz

Burnout, Depressionen, Angst: Die Schweiz ist durchgebrannt. In der Schweiz ist etwa jeder sechste Mensch an einer Geisteskrankheit erkrankt. Das beweist der aktuelle Monitoring-Bericht des Observatoriums (Obsan) heute. Diese betreffen alle Bereiche des Lebens der Erkrankten und können zu erheblichen Behinderungen beitragen. An der Jahrestagung der SGAD (Schweizerische Vereinigung für Furcht und Depression), dem Schweizer Fachforum für Stimmungs- und Angststörungen, nahmen heute Mittag rund 450 Fachärzte, Psychologinnen und Physiotherapeuten aus der ganzen Schweiz teil.

"Allein in der Schweiz betragen die Ausgaben für Stressbeschwerden 4,2 Mrd. CHF pro Jahr. Man kann davon ausgehen, dass Burnout einen grossen Teil dieser Ausgaben verursacht", erläutert der Psychologe Joe Hättenschwiler vom ZADZ. Burnout-Fälle werden jedoch nicht exakt aufgezeichnet, da die Krankheit noch nicht als unabhängige Diagnostik erkannt wird.

Von völliger Abgeschlagenheit und Depressionen besonders stark beeinträchtigt sind Leistungsträger und Mitarbeiterinnen und Angestellte mit einer Tendenz zur Vollkommenheit. Das hat der Diplompsychiater Hättenschwiler bescheinigt. Wenn die Errungenschaften nicht anerkannt werden und die Auszeichnung nicht über einen längeren Zeitraum gewährt wird, besteht die Gefahr, dass die Beteiligten das Versagen im Berufsleben als eine eigene Enttäuschung ansehen. Beim Burnout ist es notwendig, die persönlichen physischen, mentalen und spirituellen Begrenzungen des Menschen zu berücksichtigen.

"Wer lange Zeit nicht mehr einschlafen kann, sollte es sich ansehen", empfiehlt Joe Hättenschwiler.

Erhebungen

Wie kann man die Kosten quantifizieren? In der im MÃ??rz 2003 veröffentlichten Untersuchung werden die Aspekte von "Stress" und die Konsequenzen fÃ?r das Gesundheitssystem und die Arbeitswelt aufgeklÃ?rt. Die Schweiz hat 1,1 Mio. Beschäftigte von arbeitsbedingten gesundheitlichen Problemen inne. Dies ist das Resultat einer Projektion auf der Grundlage der European Survey on Working Conditions and Health of Swiss Employees.

Die eingehende Auswertung der für die Schweiz relevanten Angaben ergibt, dass die hohen physischen, organisatorischen und psychosozialen Lasten am Arbeitplatz die Ursache für arbeitsbedingte Gesundheitsschäden sind. Von 2009 bis 2011 wurde unter der Federführung des SECO ein Modellprojekt im Bankenbereich durchgeführt. Zugleich musste der gesundheitliche Schutz der Mitarbeiter sichergestellt und die arbeitsrechtliche Konformität durch die Strafverfolgungsbehörden nachprüfbar sein.

In der anderen Untersuchung wurden die im Rahmen des European Working Conditions Survey (EWCS) erhobenen Informationen ausgewertet, insbesondere im Hinblick auf flexible Arbeitszeitmodelle. Im Jahr 2012 halten 89,5 Prozente der arbeitenden Bevölkerung in der Schweiz ihren allgemeinen gesundheitlichen Zustand für gut bis sehr gut. Andererseits nimmt die Zufriedenheit am Arbeitsplatz leicht von 77,2 Prozentpunkten auf 78,9 zu.

Auf der einen Seite werden die schweizerischen Arbeitsverhältnisse im Jahr 2012 beschrieben und auf der anderen Seite die Entwicklungen der Arbeitsverhältnisse im Zeitablauf (2007-2012) dargestellt. Am Ende des Jahrs 2011 führte die European Agency for Safety and Health at Work (Bilbao) eine Umfrage in allen EU- und EWR-Ländern sowie den Kandidatenländern durch. Die Beurteilung der Mitarbeiter wurde zu fünf Aspekten der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes befragt, vor allem zur Stressentwicklung und zum Risikomanagement.

Das SECO hat zu Beginn des Jahres 2012 auch die dazugehörigen Angaben in der Schweiz sammeln lassen. Die Umfrage ist sehr nützlich, da sie einen Vergleich der Ergebnisse mit insgesamt 37 anderen Staaten ermöglicht. 2004 wurde im Auftrage des SECO eine Untersuchung über die Gesundheitsfolgen langfristiger Nachtarbeit erstellt. Vor allem wird geprüft, ob Gesundheitsbeschwerden bei festen Nachtarbeitern öfter auftauchen als bei Mitarbeitern, die zwischen Nachtarbeit und Tagarbeit umsteigen.

Schlüsselzahlen zu den Effekten von berufsbedingtem Streß auf die Arbeitsgesundheit und Arbeitsproduktivität der Arbeitnehmer. Studie über den Arbeitsschutz an Arbeitsplätzen in Europa. Im Mittelpunkt der Umfrage stehen das Risikomanagement psychosozialer Gefahren, die Treiber und Hindernisse für das Handeln sowie die Einbeziehung der Arbeitnehmer in das Arbeitssicherheitsmanagement.

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