Burnout und nun

Ausbrennen und jetzt

Ausbrennen - Und was nun? Die Frage nach dem Burnout: Warum nimmt das Burnout-Syndrom immer mehr zu? Nach der Diagnose Burn-out ist es für viele Menschen schwierig, aus dem Teufelskreis von Stress, Angst und Druck auszubrechen.

Burnout: Mehr als verbrannt - Health - Advisor

Es hat sich ein Terminus für diesen Sachverhalt etabliert: Burnout. Abgeschöpft und überladen. Der Burnout paßt sehr gut in diese Zeit, in der die Performance so wichtig ist. Weil jeder, der durchgebrannt ist, zuvor für etwas verbrannt sein muss, sagt er: "Managerkrankheit" wird deshalb oft auch Burnout bezeichnet. Nicht zuletzt deshalb wird Burnout immer wieder kritisiert: als modische Krankheit, als lohnendes Unternehmen für Praxen, Coaching-Anbieter und andere.

Nichtsdestotrotz ist die Müdigkeit, die viele Menschen spüren, die damit einhergehende Leerheit und Trägheit und die damit verbundenen physischen Probleme wie Rücken- oder Magen-Darm-Beschwerden - all dies ist kein modischer Begleiter für die Betreffenden, sondern Realität. In der Regel also auch therapiebedürftig - egal ob ihr Leid als Burnout bezeichnet wird oder nicht.

Das ist Burnout? "Unter Burnout wird im Allgemeinen ein bestimmter psycho-physiologischer Befund verstanden", sagt Klaus-Jürgen Lindstedt, Spezialist für Psychosomatik und -therapie aus Berlin-Wilmersdorf. Diese Erkrankung ist durch seelische Erschöpfungszustände, Energielosigkeit, verschiedene physische Leiden und oft auch durch Depressionen spürbar. Daher: "Nicht jeder, der müde ist, hat manchmal einen Burnout.

Entscheidend für den Burnout ist laut Lindstedt vor allem: "Wer Performance als sinnvoll und als Maß für den eigenen Wert ansieht, ist besonders von einem Burnout bedroht. "Manche Patientinnen haben auch eine Leistungsabhängigkeit", sagt Lindstedt. In der Tat ist es vor allem das freie Gut eines Mediziners, die Beschwerde seines Pflegebedürftigen als Burnout zu bezeichnen.

Die einzige "offizielle" Indikation für Burnout ist die so genannte "Z-Kategorie" des ICD-10, dem Klassifikationssystem der WHO (World Health Organization for Diseases): Der Burnout wird hier unter der Rubrik Z73, "Probleme der Lebensbewältigung" gehandelt. Seit einigen Jahren werden diese Symptome bei immer mehr Menschen beobachtet, in der Regel zusammen mit anderen Symptomen wie Depression, Angstzuständen oder Rückenbeschwerden.

Laut Psychotherapeutenkammer hat sich der Prozentsatz der Arbeitsunfähigkeitsmeldungen, die auf Burnout als einzigem oder wenigstens beteiligtem Auslösefaktor beruhen, zwischen 2004 und 2011 verachtfacht - allerdings von einem sehr geringen Niveau: von 5 Krankheitsfällen pro 10.000 Versicherten in 2004 auf 40 in 2011. Burnout wird daher von vielen als modische Krankheit angesehen: Ein Leid, das in eine Zeit und Unternehmenskultur paßt, in der vor allem Leistungsbereitschaft und Stress omnipräsent sind.

"Manche Menschen sind überwältigt und erschöpft", sagt der Psychologe Heiler. Bei der Bezeichnung "Burnout" erscheint ihnen diese angebliche Schwachstelle sozial akzeptabler. Die meisten Burnout-Patienten sind depressiv", sagt er. Welche Bedeutung hat dies für die Beteiligten? Jedenfalls solange ihre Beanstandungen ernsthaft und richtig geprüft und festgestellt werden.

Auch wenn Burnout keine eigene Krankheit ist - was in der Praxis die Grundvoraussetzung für die Übernahme der Behandlungskosten durch die Krankenkasse ist - steht ihnen natürlich medizinische Hilfestellung zur Verfügung. "Burnout-Beschwerden werden bisher meistens als Depressionen bezeichnet und können erklärt werden", sagt der Psychosomat Lindstedt aus Berlin.

Gleiches trifft auf den Schlafrhythmus zu: "Auch wenn sich die depressiven Menschen oft ermüdet und ausgelaugt anfühlen, haben Studien ergeben, dass es nicht mehr der Traum ist, der sich günstig auf ihre Laune auswirken kann, sondern der vorübergehende Schlafentzug", sagt Hegerl. Bei Depressionen sind darüber hinaus in der Regel weitere Behandlungen erforderlich, ggf. auch eine Arzneimitteltherapie. Generell sollte sich die Behandlung von Burnout-Patienten auch auf den übertriebenen Performance-Gedanken und den in der Regel dahinter stehenden Eigenzweifel berufen, sagt der Psychosomat Lindstedt.

"Jedoch sind viele Patientinnen und Patienten erst dann dazu in der Lage, wenn sie erschöpft sind. Frühzeitige Unterstützung ist auch bei Erschöpfungszuständen möglich - sei es durch Burnout oder Depressionen.

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