Coaching Academy Bielefeld

Trainer-Akademie Bielefeld

sowie seit einigen Jahren Coach an der Coaching Akademie Bielefeld. Selbstfahrer | Selbstfahrer Jetzt war es Zeit - ich sollte und wollte mich über das Coaching aufklären. In ein einfaches Businesshotel am Rande der Stadt hatte die Coaching-Akademie eingeladen - dabei fühlt sich "eingeladen" bei einem Eintrittspreis von 12 EUR meist etwas anders an als auf einem Stapelsessel in einem modrigen Konferenzzimmer mit gezogenen Vorhängen, ohne Drinks und ohne Naschen.

Ich wurde an mehreren Stehplätzen nach meinem Namen, Vornamen, meinem Lebensalter, dem empfohlenen Coaching-Teilnehmer und nicht zu vergessen meiner E-Mail-Adresse, meiner Telefon-Nummer und einer Zeit, zu der ich am besten per Telefon zu erreichen war, gefragt. Nach den Versicherungsvertretern, die Telekom und Bofrost hatten mir bereits am Telefon die Zaehne abgebissen und ich gab der Heilungsarmee, delinquenten jungen Leuten mit billigen Zeitungsabonnements und Grußkartenverkaeufern aus dem Blindenhaus an der Haustuer kein Bargeld mehr.

In der Trainerakademie nicht. Ich wollte aber trotzdem keine Nummer angeben, keine Zeit, mich zu kontaktieren, oder den Name meiner Frau. Ich habe kurz darüber nachgedacht, die Kontaktinformationen eines namhaften Spiegel-Online-Reporters anzugeben, nur um mich auf den Aufruf vom Call-Center zum Spiegelbild zu freuen. Ich habe mich doch entschlossen, meine Meinung zu ändern und bin nun sehr neugierig, was die Academy wohl mit meinen Angaben machen wird....werde ich darüber Bericht erstatten.

Überall waren Informationsmaterialien, auf meinem Lehrstuhl fand ich die Firmenbroschüre (mit dem Titel: "Give your life a meaning....") sowie eine Seminarpreisliste. Neben mir sitzt eine etwas scheue, aber nette alte Frau, mit der ich mich während der Vorbereitung unterhalten habe. Mit 12 EUR Eintrittsgeld vervielfacht kein schlechter Preis für eine 90-minütige Aktion, bei der nur der Dozent eine Gebühr erhält - alle anderen, auch meine Lebensgefährtin, waren endlich Volontär.

Als immer mehr bezahlende Besucher eintrafen, wurden immer mehr Sessel in den Saal gesetzt, bis er schließlich eine herrschaftliche Dichte von Menschen erlangte. Daneben ein Glas Wasser auf einem kahlen Esstisch, ein Sessel und zwei Flipchart, die später eine wichtige Funktion haben. Als " Stefan " stellt sich der Mann vor, er ist 47 Jahre jung, geschäftsführender Gesellschafter eines mittelgroßen Unternehmens mit mehr als 100 Angestellten und seit mehreren Jahren Coach an der Coaching Academy Bielefeld.

Dann kündigte sie ihren Beruf, um ihre ganze Frau und letztendlich ihre ganze Mama zu sein..... und....die Einführung schlug es vor....sie wurde endlich auf ganz natürliche Weise geschwängert und alle zusammen wurden eine fröhliche Ehe. Letztendlich sind es die Entscheide "wie wir wohnen wollen, die bestimmen, wie wir selbst wohnen werden", fügte Stefan als Inbegriff ein.

Nach seinem Auftritt und einem langen Vortrag über seine Persönlichkeit und seine persönlichen Beweggründe an der Hochschule (warum hat er nicht erwähnt, dass er mit dem Coaching viel Kohle verdient....??) hat er sich den fertigen Flippcharts zugewandt. Und er fragte, wie wir andere Menschen und neue Dinge kennenlernten und wie wir die Antwort auf beiden Seiten erarbeiteten.

Jetzt kam der Lehrstuhl zum Einsatz: "Wir haben Erfahrung gemacht, aufgrund derer wir uns klassifiziert haben", berichtet Stefan. Wir können nichts machen, der Kursleiter hat das später bestätigt, vielleicht sogar die Freundinnen wieder und schon hätten wir einen "Stuhl" vor uns.

Er meint es so buchstäblich, dass er seinen Sessel die nächsten fünf Min. vor den Magen drückte. "Man stelle sich vor, man trifft jemanden, der seinen Sessel mit sich herumträgt.... wie soll man sich nähern....? "Der Sessel, den ich mit mir herumschleppe.... Zeit zu gehen, schätze ich.

Natürlich hat er sich auch über die dazwischen liegenden Fragestellungen gefreut, die mit "Now I have to ask something critical...." begonnen haben, da er diese Aktion wohl schon hundert Mal geleitet hat ("I have already accompanied thousands through coaching....") und einfach auf jede Fragestellung die richtige Lösung hatte. Er bat die Fragesteller ständig, zu überprüfen, ob die Anfrage richtig geantwortet wurde, und wartete nicht auf die positive Beantwortung meines Gefühls.

Nach und nach folgte die Information über das Coaching, 545 EUR kosten das Basis-Coaching für ein Weekend plus Hotelpreis. Es sind zweieinhalb Tage möglich, mit wahrscheinlich mehr als 100 TeilnehmerInnen, zwei TrainerInnen und vielen VolontärInnen. Ob ein Coaching mit mehr als 100 Personen zugleich sinnvoll ist, wurde mit Zuversicht konterkariert, dass nicht jeder mit seinen Problemstellungen im Mittelpunkt steht.

Beim kontextuellen Coaching geht es darum, dass jeder Mensch sich selbst und seine eigene Lebenssituation hinterfragen kann. Letztendlich ist Coaching jedoch eine Mischung aus Fragestellungen von Trainern und Aufgaben von Teilnehmern in kleinen Arbeitsgruppen. Zum Schluss gab Stefan einen ganz persönlichen Ratschlag für das Publikum, das um Luft kämpft - ganz im Gegensatz zu den Sitten der Coaching Academy, die sonst nur fragt: "Benutze zwei Sachen häufiger in deinem Alltag als heute: ja und nein. Entscheide dich für oder gegen etwas und lebe mit dieser Wahl, und trage sie vielleicht nicht mit dir herum.

"Das war auch der schönste Augenblick des Abends: Als ich mir ein Coaching mit mehr als 100 Teilnehmenden für 545 EUR plus Hotelkosten einfach als Frechheit empfand, dass die Gewinnung neuer Teilnehmer über ein Schneeball-System zumindest grenzenlos ist und ich auf keinen Fall ein Teil dieses System werden will.

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