Interkulturelle Missverständnisse

Mißverständnisse zwischen den Kulturen

interkulturelle Kompetenz und kommunikative Kompetenz. Linguistische Missverständnisse bei Auslandsgesprächen Wenn man auf der Reise, bei gemeinsamen Projekten am Arbeitsplatz oder im Privatleben mit Menschen aus anderen Kulturen kommuniziert, gibt es immer wieder Fälle, in denen trotz guter Sprachkenntnisse Verständigungsprobleme oder Missverständnisse auftreten. Der eine hat das Empfinden, dass er das Geschriebene nicht richtig verstanden oder fehlinterpretiert, manchmal gar das Gegenüber.

Daher sind neben den Fremdsprachenkenntnissen in der jeweiligen Landessprache auch interkulturelle Kompetenzen und Kommunikationsfähigkeiten bei der Begegnung mit Menschen anderer Kulturen wichtig. Besonders hart fällt es uns Deutschen mitunter schwer: Die deutschsprachige Bevölkerung ist dafür bekannt, dass wir - anders als in den meisten anderen Kulturen - sehr unmittelbar und ehrlich miteinander reden.

Die Kommunikation ist in den meisten Staaten Asiens meist mittelbar, d.h. die Kommunikation erfolgt oft "durch die Blume" oder die tatsächliche Nachricht "zwischen den Zeilen" kann gelesen werden, was für die Deutschen manchmal eine echte Hürde sein kann. Hier gibt es gar eine Theorie: Konfuzius ist für die Nicht-Phobie verantwortlich, nach der das Ausländische respektiert werden soll und nach der es rüde ist, einem Unbekannten Nein zu sagen.

In der japanischen Landessprache gibt es nicht einmal ein Gegenstück zu dem deutschsprachigen "Nein", die japanischen ziehen es vor, das Sujet unvorhergesehen zu verändern oder die Tonhöhe beim Reden zu verändern. Doch da die Verständigung nicht nur mündlich, sondern auch meist nonverbal ist, gibt es zahllose Wege der Meinungsäußerung, die es zu begreifen gibt. Eine weitere gute Quelle für häufige Missverständnisse sind leere Phrasen, die z.B. zum Abschied benutzt werden, sowie höfliche Affirmationen ohne nennenswerte Inhaltsbedeutung.

So ist es beispielsweise in Südamerika nicht verwunderlich, wenn sich einer der Fahrer mit "Hasta luego" (wörtlich: "bis dahin" oder "bis später") verabschieden muss, obwohl man sich wahrscheinlich nie wieder trifft. Dabei ist es nur ein Teil der Unternehmenskultur, diese Rezeptur zu benutzen. Wir denken seit der Ära über die Umsetzung des Begriffs "Freund" aus dem (amerikanischen) Deutschen nach.

Ist für die meisten Deutsche ein Bekannter eine lange bekannte und vertraute Persönlichkeit, beschreibt der Ausdruck "Freund" oder der Spanier "Amigo" eine entspannte Beziehung und kann auch für weniger enge Menschen aus dem privaten Bereich oder neueren Bekannten benutzt werden, ohne die er sofort eine intime persönliche Beziehung, Sympathie oder viele Gemeinsamkeiten vorraussetzt.

Wohin man auch reist und mit wem man es zu tun hat, ob im eigenen Land oder im Ausland, es gibt sowohl kulturelle als auch persönliche Differenzen und damit auch Schwierigkeiten, aber mit ein wenig Aufmerksamkeit können wenigstens grössere Missverständnisse vermieden werden. Studieren Sie nicht nur die fremde Sprache, sondern auch die Landeskultur.

Je besser Sie Menschen kennen, desto besser können Sie bestimmte Erklärungen oder Rezepturen einstufen. Frag mich bitte sorgfältig, wenn du dir nicht ganz klar bist, was das ist. Viele Menschen schätzen Ihre Neugier und Ihr lnteresse an Ihrer Muttersprache.

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