Interkulturelles Coaching

Kultur-Coaching

Anelie Tattenberg ist zertifizierte Trainerin und Coach für interkulturelle Kompetenz. Interkulturelle Beratung: Definition, Inhalt & Zielsetzung Unterscheidung des Begriffs: Was ist Coaching nicht? Coaching hat in den vergangenen Dekaden einen gewaltigen Anstieg und große Aufmerksamkeit in den Massenmedien und der Bevölkerung erlangt. Hier ist Coaching eine der Möglichkeiten. Inwiefern ist der Terminus Coaching konkret zu verstehen?

Nachdem wir eine klärende Einleitung zum Thema Coaching im Allgemeinen gegeben haben, wollen wir uns dem Bereich des Intercultural Coaching zuwenden.

Unter Coaching versteht man eine temporäre Einzelbetreuung, die einen Veränderungsprozeß einleitet, um die berufliche Leistung und die persönliche Befriedigung systematisch zu fördern. Die Bezeichnung Coaching wurde zunächst vom Kutschenverkehr in Angelsachsen auf den Wettkampfsport als Antrieb und seit den 70er Jahren auf das Führungspersonal umgestellt. Coaching bedeutet in seiner eigentlichen Bedeutung "jemanden an einen anderen Ort bringen", "sich bewegen".

Christopher Rauen (2005) stellt ein umfangreiches Buch zum Thema Coaching zur Verfügung. Dies bezieht sich auf unterschiedliche Coaching-Definitionen des Bundesverbands Coaching e. V., die den Trainer als Prozessbegleiter verstehen. Deshalb will der Trainer nicht nur die Symptome im Zusammenspiel mit seinem Kunden beseitigen, sondern auch die Ursache von Störungen aufdecken. Da es unterschiedliche Ansätze zur Berufs- oder Privatlebensberatung gibt, unterscheidet sich das folgende Abschnitt Coaching von ihnen.

Unterscheidung des Begriffs: Was ist Coaching nicht? Neben dem Konzept des Coaching zirkulieren viele andere wie z. B. Ausbildung, Betreuung, Supervisionen oder Therapien im Rahmen unterschiedlicher Begleitformen. Die Trainerinnen und Trainer sind in der Regel in der Gruppe tätig und können daher nur bedingt auf die individuellen Wünsche der Teilnehmerinnen und Teilnehmer reagieren, das Coaching findet in der individuellen Arbeit statt und ist daher sehr personenbezogen.

Im Mittelpunkt des Coachings steht daher die Person des Coachenden2, also auch über das individuelle Training hinaus. Der Trainer führt nicht zum Erlernen bestimmter Fertigkeiten, die extern gesteckte Zielsetzungen anstreben, sondern unterstützt den Coachingspartner in seiner Weiterentwicklung und entsprechend seiner persönlichen Zielsetzung. Das Coaching ist keine Beratungsleistung, da der Trainer keinen Erkenntnisvorsprung gegenüber seinem Coaching-Partner hat, sondern als Fachmann selbst Lösungsansätze ausarbeitet.

Trainer und Coachees gehen eine gleichwertige, gleichmäßige Verbindung ein, weshalb wir hier von "Partnern" sprechen. Er bietet geeignete Maßnahmen, um den Teilnehmer bei der Verwirklichung seiner Ziele zu begleiten. Dabei wird Wissen nur innerhalb einer Institution weitergegeben. Auch wenn ein Trainer in der Regel außerhalb des System seines Coaching-Partners steht, gehören dazu der Mentor.

So können Trainer selbständiger und neutral agieren3. Auch das Supervisions-Coaching scheint zunächst sehr eng zu sein. Der begleitende Prozess ist in der Regel längerfristig ausgerichtet als Coaching und weniger lösungs- oder zielorientiert. Schließlich muss trotz vieler Gemeinsamkeiten das Coaching vom Therapieformat unterschieden werden.

Viele Coaching-Methoden haben ihren Ausgangspunkt in der geisteswissenschaftlichen Psyche. Beide Begriffe konzentrieren sich auf das Nachdenken und Erklären und betrachten den Trainer oder die Therapeutin als Expertin für den Selbstversuch. Das ist der Hauptunterschied zum Coaching. Die Coachings hingegen orientieren sich an der Zielsetzung in einer kürzeren Begleitphase.

Der Coach hat die Funktion, den emotionalen Zustand des Coaching-Partners zu beurteilen und ggf. zu beschließen, dass eine tiefergehende emotionale Betreuung über einen größeren Zeitrahmen Sinn macht.4 Im Anschluss wird eine spezielle Coachingform, das so genannte Intercultural Coaching, genauer untersucht. Das Coaching als Mittel zur Verstärkung der persönlichen Ressource funktioniert heute weltweit und für Menschen aus unterschiedlichen Kulturkreisen.

In der internationalen Zusammenarbeit gehört der Coach und der Klient nicht notwendigerweise zur gleichen Unternehmenskultur. Für einen erfolgreichen weltweiten und transkulturellen Einsatz muss das Coaching daher kulturell angemessen an die unterschiedlichen Zusammenhänge angepaßt werden. Dies erfordert eine interkulturelle Trainingsmethode, die nicht nur die Verhaltens- und Erfahrungswelt des Einzelnen, sondern auch die kulturellen Werte berücksichtigt5. Gleichzeitig ist Coaching besonders dann notwendig, wenn Menschen mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen zusammen arbeiten und auf Grenz- oder Konfliktsituationen stößt.

Ein Coaching, das speziell auf die interkulturellen Belange eingeht, hilft, störende Faktoren zu beseitigen und die persönliche Weiterentwicklung zu fördern: Ein interkulturelles Coaching. Nach Nazarkiewicz und Kramer6 ist interkulturelles Coaching als eine kulturreflektierende Beratung zu begreifen, in der das Bewusstsein für die kulturellen Einflussfaktoren und die aufmerksame Reflexion über kulturell gebundenes Handeln der Einzelnen einer Gemeinschaft im Mittelpunkt steht.

Dabei werden kontext- und kulturspezifische interkulturelle Coachings unterschieden. Das kontextspezifische Coaching konzentriert sich auf die Coachingursache. Das Coaching erfolgt hier bundesweit, hat aber interkulturelle Aspekte zum Gegenstand. Bei kulturspezifischem Coaching resultiert Interculturalität aus den verschiedenen Nationalitäten der Coachinggesellschaft. Ausschlaggebend ist dabei nicht ein interkulturelles Motiv, sondern der andere Kulturhintergrund.

Das ist zum Beispiel der Fall, wenn ein deutsches Unternehmen Japaner in einem international tätigen Unternehmen in Deutschland ausbildet. Er muss extrem sensibel sein und seine Werkzeuge und Methoden in Übereinstimmung mit kulturbedingten Verhaltensmustern einbringen. Es gibt verschiedene Kompetenz-Bündel für das erfolgreiche interkulturelle Coaching. Die Coaches greifen auf unterschiedliche Wissens- und Erfahrungsebenen zurück und verbinden diese in unterschiedlicher Form mit der interkulturellen Reflektion8. Beide Coaches müssen die Strukturen der Bedeutung verändern und umgestalten.

Es geht um das Denken, Fühlen und Handeln in Beziehung zu sich selbst und der umgebenden Zeit. Sie sollten als Coach zunächst über theoretisches Wissen in den entsprechenden Wissenschaftsdisziplinen verfügen. Hierzu zählen Kenntnisse in den Gebieten der Kulturpsychologie, der internationalen Betriebswirtschaftslehre oder der Pädagogik und Sozialwissenschaften. In interkulturellem Coaching ist es von Bedeutung, das bestehende Wissen kulturell reflexiv zu beleuchten und die entsprechenden kulturellen Zugänge der einzelnen Fachdisziplinen zu verstehen.

Dabei ist es notwendig, über Wissen und Erfahrung in interkulturellem Kontext zu verfügen. Die Erfahrung umfasst auch unterschiedliche Aspekte sozialer Interaktion und Beziehungen. Im Mittelpunkt steht jedoch die Person des Trainers. Sie arbeiten als Berufstrainer kontinuierlich an Ihrer Persönlichkeitsentwicklung und bringen eine bestimmte Reife für das Leben und die Kenntnis der menschlichen Natur9 mit.

Durch die unterschiedlichen Zusammensetzungen und die individuellen Gewichte ergibt sich letztlich die Vielfältigkeit der Industrie und dient damit unterschiedlichen Belangen. Je nach Ausbildungsinstitution und Ausbildungsschwerpunkt variiert die Trainerausbildung. Auf der einen Seite steht eine systematische Trainerausbildung. Die IHK bietet fast alle Coaching-Ausbildungen wie Integral, Business oder Persönlicher Trainer in einem komprimierten und schnell laufenden System an.

Sie müssen als Interkulturalitätstrainerinnen und -trainer Ihre interkulturellen Fähigkeiten mitbringen, die Sie durch Weiterbildung oder eigene Erfahrung erlangt haben. Ein Coaching ist kein Schutzbegriff. Seit 2005 bescheinigt der Bundesverband Coaching e. V. bestimmten Trainern, deren Ausbildungsstätten oder Berufspraxis ihren ethischen Richtlinien entsprechen. Interkulturelles Coaching richtet sich vor allem an Personen aus der Managementebene von Firmen und Institutionen, die im internationalen Umfeld oder als Multiplikator tätig sind.

Interkulturelles Coaching kann auch durch konkretes Führungsproblem ausgelöst werden, das kulturell angemessenes Handeln erfordert. Ein interkulturelles Coaching wirkt sich immer auf die eigene Person aus, daher sollte es auf freiwilliger Basis erfolgen10. Interkulturelles Coaching fördert in erster Linie kulturelle Kompetenzen, um Konflikten in Aktionen im Ausland vorzubeugen oder sie zu bewältigen. Die kulturspezifischen Störeinflüsse in der interkulturellen Kooperation werden nicht verdrängt, sondern als Informationsquelle für eine effizientere Kommunikation eingesetzt.

Coaching ist in diesem Falle eine sinnvolle Erweiterung zu Training und Consulting on the job11 Oft wird zwischen "Content Coaching" und "Process Coaching" unterschieden. Als Experte gibt der Trainer kognitive Anreize. Sie soll die Selbstreflektion im Verhältnis zu anderen kulturellen Systemen befördern und findet auf der emotionalen Stufe statt12. Für die Systempsychologen Ute und Ulrich Clement13 ist interkulturelles Coaching eine Sonderstellung.

Kommunikationsschwierigkeiten in der internationalen Kooperation entstehen, wenn die kulturellen Gegebenheiten als Störfaktor wirken. Auf diese Weise kann es in einer sich selbst reflektierenden Art und Weise für ein kulturell vielfältiges Werk verwendet werden. Bei Kinast14 geht es um eine körperorientierte interkulturelle Coachingmethode. Krisensituationen in der Interkulturalität sollen auf unterschiedlichen Stufen behandelt werden.

Hierzu gehören die Kognitionsebene in Gedankenform, die Gefühlsebene in Gefühlsform und die physische in Verhaltensform. Das automatisierte Verflechten von Wahrnehmung, Nachdenken, Deuten, Empfinden und Handeln in fremden kulturellen Gegebenheiten soll durchbrochen und neue Lösungsansätze erarbeitet werden. Autor: Eingesetzte Literatur: Barmeyer, Christoph I. / Haup, Ulrike (2007): Interkulturelles Coaching.

Zu: Jürgen / Weidemann, Arne / Weidemann, Doris (ed.): Handbook intercultural communication and competence. Böning, Uwe (2005): Coaching: Der Triumph eines Personalentwicklungsinstruments - Eine 15-jährige Bilanz. Rauen, Christopher (Hrsg.): Manuelles Coaching, S. 35-24 Clement, Ute / Clement, Ulrich (2002): Interkulturelles Coaching. Ort: K. Götz (Hrsg.): Interkulturelles Lernen/Interkulturelles Trainings.

Frank, Ronald / Milner, Julia (2013): Unternehmenskultur - eine bedeutende Sichtweise für das Coaching. Ort: Ronald Milner, Julia (Hrsg.): Interkulturelles Coaching. Coaching-Instrumente für 17 Kulturen. p. S. 11-16 . 2005: Interkulturelles Coaching. Im: Thomas, Alexander / Kinast, Schroll-Machl / Sylvia ( (ed.): Anleitung zur Interkulturellen Verständigung und Zusammenarbeit, Vol. 1: Grundlagen in der Praxis.

Seite 217-226 Nazarkiewicz, Kirsten / Krämer, Gesa (2012): Leitfaden für interkulturelles Coaching. (2005): 220f.

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