Man Lions Coach

Mann Lions-Trainer

Der neue MAN Lion's Coach eingeführt Mit aufregenden Innovationen präsentierte MAN den völlig überarbeiteten Lion's Coach im polnischen Stararchowice. Natürlich nicht nur in visueller, sondern auch in technischer Hinsicht. Um die neue, strengere ECE R66.02 Kipprichtlinie zu erfüllen, die strengere Auflagen an den Überrollwiderstand vorsieht, musste der Lion's Coach grundsätzlich die Rippenstruktur des Fahrzeuges berühren.

Unbedingt zu sehen ist auch das Hinterrad, es hebt sich klar von der gewohnten Formensprache der Busbauer ab. Die B-Säule, die viel weiter als bisher konzipiert wurde und deren Dimensionen auf die neue Umkipprichtlinie zurückzuführen sind, ist etwas ungewöhnlich. Weil der Omnibus im Prinzip auf dem heutigen Lion's Coach aufbaut, gibt es noch keine Abteile über den Radachsen, aber die Gepäckräume haben Spitzenwerte in ihrer Fahrzeugsegment.

Der neue Lion's Coach: MAN stellt erstmalig einen 13 Meter langen zweiachsigen Bus zur Verfügung.

Vor nicht allzu langer Zeit wurde der MAN Lion's Coach in der Omnibuswelt als pummeliger kleiner Wallflower angesehen, der, wenn überhaupt, mit dem Charme eines niedrigen Preis-Leistungs-Verhältnisses auf sich aufmerksam machte. Neuerungen wie ein langes Zweiachsfahrzeug oder ein moderner Rahmen mit adaptiver Dämpfung oder eine aktive Nachlauflenkung fehlten. Seit 2006 kann der Cityliner als letztes Produkt der Premium-Marke in Stuttgart auf Basis des Starliners dies noch besser.

Ein Jahr vor dem MAN-Truck schmücken die neuen Frontscheinwerfer den Lion's Coach. Dies fängt nicht nur bei der um 50 Prozentpunkte höheren Gerüststeifigkeit durch die von Neoplan entwickelte sogenannte "Rohr-in-Rohr-Versteifung" an, sondern auch bei einer Schlankheitskur, die das daraus entstehende Zusatzmassegewicht um 80 Kilogramm mehr als ausgleicht. Endlich sind die Bayer auf lange zweiachsige Fahrzeuge umgestiegen - ein Spielfeld, das zu lange ohne Kampf dem Wettkampf unterlag.

Immerhin ist der neue Tourenwagen nach wie vor ein Direktderivat, auch wenn seine Revision ein Jahr zuvor präsentiert wurde und er nahezu zum gleichen Kurs wie der MAN angeboten wird. Mit der neuen 19,5-Tonnen-Zulassung schöpft die erweiterte Zweiachs-Version ihr Potential voll aus und bietet bis zu sechs Sitze mehr als die 12-Meter-Version (maximal 59).

Immerhin ist das Auto ein ausgezeichneter Fernverkehrsbus. Der Lion's Coach C hingegen muss kein Ladungsvolumen einsparen. In den großen Achsabstand von rund sieben Meter passt zwischen 11,7 und 14,3 Kubikmetern (inklusive Gepäckträger). Zwei mehr als der kleine oder der kurze dreiachsige und immer noch etwa einer mehr als der lange dreiachsige.

Die Staufächer über den Radachsen hat MAN wie beim Tourenwagen nicht mehr mit einer Klappe ausgestattet. Ein weiterer Nachteil: MAN hat dem neuen Fahrzeug keinen eigenen Namen gegeben, so dass es mit dem 13,26-Meter-Modell verwechselt werden kann. Nette Spielerei analoge Neoplan: Es bleibt abzuwarten, ob die Grünfärbung, ähnlich der nächtlichen Beleuchtung in den Lagerböcken, hier die beste ist.

Obwohl der lange C nicht ganz so wendig ist wie sein kleiner Bruder, hat er mit 23,4 Meter den grössten Drehkreis in der Löwen-Familie. Das Auto besticht durch stoische Geradlinigkeit und sehr ruhigen Lauf. Hinzu kommt der vorausschauende Tempomat Efficient-Cruise, der im Versuch bis zu fünf Prozentpunkte beim Einsatz des Tourliners einspart.

Im Lion's Coach sind die jetzt standardmäßig vorhandenen PVC-Dämpfer von Hand adaptierbar - auch wenn sie nicht wie das CDS bei Neoplan elektrisch höhenverstellbar sind. Die Kurve ist neutrale und stabile Fahrweise, und die sanftere und präzisere Steuerung im Kurzauto leistet ihren eigenen Beitrag - im Langauto wirken sich das größere Eigengewicht und die breitere Bereifung aus.

Das 12-Meter-Auto ist nun in punkto Fahrkomfort auf Augenhöhe mit dem bisher im selben Gebäude als Maßstab betrachteten Cityliner von Néoplan.

Mehr zum Thema