Sich selbst Coachen

Selbst-Coaching

Wir brauchen also die Kompetenz, uns selbst zu coachen - wenn wir unser Leben aktiv gestalten wollen. Wenn Sie sich selbst coachen möchten, gehen Sie einige typische Schritte durch, die Ihnen helfen, sich besser kennenzulernen und eine Lösung zu finden:. Die Arbeit an sich selbst ist eine ständige Aufgabe für Führungskräfte. Dies können Ergebnisziele (WAS Sie erreichen wollen) oder Prozessziele (WIE Sie etwas erreichen und erleben wollen) sein.

Selbstcoaching

Der Buchmarkt wird zurzeit mit Publikationen zum Self-Coaching reichhaltig versorgt. In den Publikationen - zum Teil auch renommierterer Trainer - wird behauptet, den Leser zum Trainer seiner selbst zu machen, um in der Folge einen strukturellen Prozess zur Persönlichkeitsentwicklung und zum Wandel jeglicher Art anzustoßen. Die Definitionen von Coaching als Gespräch zwischen (mindestens) zwei Menschen - dem Trainer und seinem Kunden - sind so unterschiedlich und unbestimmt wie die Definitionen von Selbstcoaching in den letzten 30 Jahren.

Das Konstituieren für das Selbst-Coaching ist ohne Zweifel, dass eine Persönlichkeit sich bemüht, durch mediale Mittel wie Bücher etwas zu bewirken: Das Augenmerk bezieht sich auf sich selbst als Gegenstand. Dem Self-Coach soll dabei mit Wachsamkeit und Achtung begegnet werden, um die eigene Persönlichkeitsbildung zielgerichtet, konsequent und bewußt zu lenken, dazu "gut gelaunt" und ohne großen Aufwand, wie Rolf Reinlassöder und Ben Furman (2011) in ihrem Einführungsvortrag bestätigen.

Selbstcoaching hat zum Zweck, das eigene Verhaltens-Repertoire zu vergrößern und so mit erfolgreichen Fragen umgehen zu können, und der Selbstcoach ist befähigt, sich selbst, wie Jörg Middendorf (2012) sagt, darauf einzuwirken. Das Übernehmen von Verantwortung, das Zuversicht in die eigene Veränderungskraft, d.h. in die eigene Wirksamkeit und interne Kontrollüberzeugung, scheint sowohl eine Grundvoraussetzung als auch ein Aspekt des Selbstcoachings zu sein.

Jan Kyburz (2011) beschreibt Selbstcoaching als "selbstverwirklichte und aufmerksame Begleiterscheinung der eigenen Persönlichkeitsentwicklung". Die Gruppe der Menschen, für die Selbstcoaching der vielversprechendste Ansatz ist, wird kaum ausdrücklich skizziert, so dass der Anschein erweckt werden könnte, dass jeder, der bereit ist, sich selbst zu coachen, dies tun kann. Zielgruppenbegrenzende Autorinnen und Autoren benennen eindeutige Coachingziele, Ausdauer, Leistungsbereitschaft und Eigenkontrollkompetenz als Voraussetzung für ein erfolgreiches Selbstcoaching.

In der Tat zeigen die Übungsaufgaben aber, dass der Selbstcoach davon ausgehen muss, dass ein Mensch, der schon vor Beginn des Coachings fähig, nachdenklich und willig ist, ein hohes Selbstwertgefühl hat (Schütz & Hage, 2007; 98: "Jetzt mehr denn je" ist die Antwort dieser Menschen auf Widrigkeiten) und - was bedauerlicherweise verdeckt wird - genügend Toleranz für Frustration hat.

Letztere ist erforderlich, weil gegebene Aufgabenstellungen oft nicht der Problem- und Lebenswirklichkeit des Selbstcoachs entspre-chen, so dass die Denkergebnisse an die Gegebenheiten des Buches angepasst werden müssen, wenn die Arbeit fortgesetzt werden soll. Eine lebendige, körperliche Entsprechung im Dialogcoaching wird in der Lage sein, auf jede denkbare ( "unmögliche") Reaktion des Kunden reflexiv zu antworten und so Fortschritte im Prozess zu erwirken.

Im Self-Coaching gibt es keine Alternative, als die sehr individuellen Lösungen an die Beispiele im Buch anzugleichen, um fortzufahren. Die beiden Künstlerinnen Maren Fischer-Epe und Claus Epe (2004) schränken den Bereich des Selbstcoachings ein: Sie sind in der Lage, sich selbst zu coachen: Zum Beispiel, wenn Streitigkeiten oder Probleme so tief verwurzelt sind, dass der Kunde keine Möglichkeiten für ein eigenständiges Coaching des Veränderungsprozesses erkennt, sollte ein kompetenter Gesprächsthemenpartner gesucht werden.

Oftmals verweisen die zur Illustration des Selbstcoachings verwendeten Bildmetaphern auf die Reise. Es gibt auch kleine Rettungskoffer mit Werkzeugen für die Ausdauer. Selbstverständlich benötigen Sie auch einen Werkzeugkasten (ohne Werkzeuge können Sie ohnehin nicht coachen, Sie können sich leider einmischen). Als Flugkapitän verwenden die Autorinnen auch gerne die Bildmetapher des Fluges mit dem Selbstcoach, der auch im Autopilot-Modus oder sogar im Blindversuch fliegt (seiner Eingebung folgend).

Die Vorgehensweise des Selbstcoachings ist nicht anders als die des Dialogcoachings. Ausgehend von einer Status-quo-Analyse, einer Selbstreflektion über die Fragestellung "Wer bin ich", einer Analyse der Kräfte und Mittel und der Gestaltung einer Zukunftsvision führt dies zu einer präzisen Darstellung der Coachingziele. Zu der Vielzahl von Prüflisten und Praxistipps (hier in Verbindung mit dialogischem Coaching) kommentieren Claas Triebel und Katharina Ebner (2010; 10) die Gefährdung, dass die Prüflisten zu einer "Art pseudotheoretischer Theorie über die Effektivität von Coachingprozessen" werden; gerade dies erscheint für das Selbstcoaching eine direkte Gefährdung zu sein.

In dieser Hinsicht bekommt der Selbstcoach - in stärkerem Maße als der Kunde im konventionellen, dialektischen 1:1-Setting - Grundkenntnisse über sein (z.B.) berufliches Problems. Je ausgeklügelter die Anleitung zum Selbstcoaching ist, desto mehr kann man den Selbstcoach bitten, nach Gesprächspartnern, Freunden, Vertrauenspersonen aus dem eigenen Umfeld zu forschen. Ist Dialogcoaching eine Verbindung aus Einzelberatung, persönlicher Rückmeldung und praxisorientierter Ausbildung - und der Trainer unterstützt bei der Suche nach kohärenten Zielsetzungen und passenden Lösungen, stärkt Vertrauen und persönliche Weiterentwicklung - dann "übernehmen Sie diese Aufgabe selbst oder finden Sie Freundschaften oder Kolleg/-innen als Gesprächspartner" (Fischer-Epe & Epe, 14; 2004).

Wie im Dialogcoaching hängt die Laufzeit eines Selbstcoachings vom Thema ab; es werden Zeiten von sieben Tagen bis zu einem Jahr angegeben. Betrachtet man die Selbsthilfeliteratur früherer Jahre (z.B. Hirth et al., 1985), so liegt der begründete Verdacht nahe, dass Selbstcoaching mindestens ein Verfahren ist, das die gleichen Instrumente und Eingriffe verwendet.

Der Leser wird hier wie dort zur intensiven Selbstreflektion ermutigt. Dabei ist der Prozess selbst weitestgehend identisch: Beginnend mit einer Selbsteinschätzung unter Berücksichtigung von Stärke, Ressource und Leistungsbereitschaft werden Änderungsziele festgelegt und der Weg zu deren Erreichung festgelegt. Die Umsetzung, d.h. der Weg zum angestrebten Ergebnis, wird durch weitere Kontroll- und Selbststeuerungsinstrumente und weitere Ermutigungen begleitet - verstärkt durch den Selbstcoach.

Dieser Umstand führt zur Frage, welche Instanzen der so genannte "innere Coach" ist? Bemerkenswert ist, dass die Literatur der psychologischen Selbsthilfe auf eine solche Konzeption verzichtet und dennoch zu den selben Resultaten wie das Selbstcoaching kommen will. Im Selbsthilfe-Konzept reicht die psychische Selbstbeobachtung, die sachliche Selbstbeobachtung usw. aus, um einen zielorientierten Mehrwert zu schaffen.

Der Autor greift in den Selbsthilfebüchern den Autor an die Handfläche, was bei Selbsthilfebüchern bedeutet, dass der Selbstcoach sich selbst an die Handfläche legen muss. Eines der Hauptmotive für die Suche nach einer Lösung im Bereich des Coachings ist wahrscheinlich die Notwendigkeit für die meisten Kunden, andere, ausländische Sichtweisen auf ihre eigenen Fragen zu erlernen.

Dialogcoaching ist dadurch gekennzeichnet, dass eine unbeteiligte Person als Selbstcoach sehr neue, unvorhergesehene Aufgaben stellt. Er ist eine unabhängige Institution, die dem Kunden absichtlich widerspricht: Der ist nicht Teil des Problemes, wie es der Selbstcoach immer ist. Das Dialogcoaching befähigt den Klient in der regel zu einer tief befriedigenden, furchtlosen, bedingungslosen sozialen Bindung, insbesondere wenn es sich um negative Frageresultate handelt, die durch einen Misstrauensantrag oder wenigstens einen Mangel an Zuversicht im Berufszusammenhang gekennzeichnet sind.

Die Trainerin kann überrascht, amüsiert, erschreckt, ermutigt und so immer wieder neue Gefühlsregungen auslösen. Bei der Umsetzung der Konversationsinhalte in den Arbeitsalltag leistet der Trainer entsprechende Unterstützung. Bei unerwarteten Problemen bei der Umsetzung neuer Verhaltensweisen sind Trainer diejenigen, die dem Kunden die notwendige Unterstützung bieten, ihn an seine Zielsetzungen erinnert und ihm den "Antrieb" zur Aufrechterhaltung seiner Implementierungsaktivitäten gibt.

Self-Coaching ist ein Weg, der dem Benutzer Ermessen und Geheimhaltung der Inhalte und Prozesse erlaubt, was eine Dyad nicht kann. Beim Selbstcoaching ist auch ein völlig unabhängiges Rhythmus möglich; lange Orientierungszeiten und selbstgewählte "Stagnation" sind ohne weitere erklärungsbedürftige Einschränkungen möglich. Beides macht Self-Coaching zu einer niederschwelligen Massnahme, ebenso wie der Selbst-Coachingpreis.

Auch das Selbstcoaching wirkt risikofrei in Hinblick auf die potentielle Gefährdung des Selbstbildes, die von der fachlichen Sichtweise des Coaches angenommen werden muss. Die Selbst-Trainerin hat das Maß der Selbstbild-Dekonstruktion unter Kontrolle. 3. Nachteilig ist jedoch, dass es keine Transfer-Unterstützung durch einen Profi gibt, z.B. beim Nachdenken über abgeschlossene Hausarbeiten, und dass es kein Rückgespräch über die Implementierung im Alltagsleben gibt.

Eine Checkliste sollte den Gespräch mit dem Trainer nachbilden. Ist das Verhältnis zwischen Trainer und Kunde jedoch für die Verwirklichung von Absichten und den Erfolg von Coaching von Bedeutung (Triebel & Ebner, 2010), kann das Nichtvorhandensein dieser bedeutenden Komponenten im Selbstcoaching kaum adäquat ersetzt werden. Zudem wird das Selbst-Coaching durch die gleichen emotionalen und intellektuellen Reflexions- und Verarbeitungsimpulse rasch mühsam.

Das Durchhaltevermögen und der Willen des Selbstcoachs - also der Wunsch, einen bereits eingeleiteten Prozess konsequent weiterzuführen - müssen beträchtlich sein. Anders als beim Dialogcoaching hat das Selbstcoaching - jedenfalls nach der Literatursituation - noch nicht die Signifikanz des Willens erlangt. Dabei versuchen die Autorinnen und Autoren auf unterschiedliche Art und Weisen, die Motive der Nutzerinnen und Nutzer anzusprechen:

Will Self-Coaching ein Coach-the-Coach Ansatz sein, dann fehlen ihm die wesentlichen Bestandteile: Die Coach-the-Coach Konzeption - ob als Gruppen- oder 1:1-Coaching - basiert auf der Fähigkeit des beobachtenden Lernens und der Auseinandersetzung mit professionellen Handlungsalternativen mit dem Lehrcoach. Selbstcoaching ist eine Gelegenheit, sich mit den eigenen Fragen und Problemstellungen bis hin zum präparativen Umgang mit externen Konflikten auseinanderzusetzen.

Solche Menschen, die einen hohen Anspruch an die Selbstwirksamkeit haben und deshalb davon überzeugen, dass sie über die Möglichkeit, die Mittel und Fertigkeiten verfügen, wirksam zu sein. Das Buch über Selbstcoaching verleitet mit fachlichem Optimismus dazu, sich mit einer hohen Ausgangsmotivation für Selbstcoaching-Prozesse zu entscheiden, die nicht abgeschlossen werden dürfen. Diese werden gebrochen, weil die Checkliste und die eng geführten Reflektionsprozesse nicht dauerhaft die Vorstellung aufrecht erhalten, dass "Ich kann es schaffen", wenn die Erwartung an die Selbstwirksamkeit im Vorfeld niedrig ist.

Das aufgegebene Selbstcoaching wird so zum Beleg der eigenen Unzulänglichkeiten - und kaum zum Beleg der Unangemessenheit des Themas. Eine weitere Ursache für den Bruch der Selbstcoaching-Bemühungen kann sein, dass das Problem aufgrund mangelnder externer Perspektive, fehlendem objektivem Feedback und regulatorischen Eingriffen durch einen Trainer eskalieren kann.

All jenen Menschen, die in gesellschaftlichen Veränderungsprozessen Selbsterfahrung und Selbsthilfe, Coachings und so weiter erworben haben, ist dies gelungen. Selbstcoaching kann eine gute Alternative zum Dialogcoaching sein und z.B. längere Phasen zwischen Face-to-Face-Coachings ausgleichen. Dabei können die einzelnen Bestandteile des Selbstcoachings den Dialogprozess effektiv fördern, beispielsweise durch Beobachtungen oder Bewusstseinsübungen.

Last but not least: Der Unterscheid zwischen Hilfe zur Selbsthilfe und Self- Coaching ist nicht stichhaltig. Personalentwicklung und Selbst-Coaching. Ihr Weg zur Selbst-Verwirklichung. Landsberg: Kyburz, Ian (2011). Erlebnis-Selbst-Coaching. Selbst-Coaching im Konfliktfall. Reinlaßöder, Rolf & Furman, Ben (2011). Mit lösungsorientierter Selbstberatung zu Erfolgen und Lebenslust. Umso selbstbewusster, umso besser?

Lichtschatten einer positiven Selbsteinschätzung. Triebel, Claas & Ebner, Katharina (2010). Das Coaching funktioniert - aber wie?

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