Systemischer Ansatz

Der systemische Ansatz

Jede systemische Herangehensweise ist dadurch gekennzeichnet, dass sie sich nicht auf den Problemlöser konzentriert, sondern ein ganzes System in Betracht zieht. Systemische Herangehensweise Dahinter verbirgt sich eine gewisse Sichtweise der Realität und die Ableitung therapeutischer und beratender Ansätze. Der Systemansatz ist neben der psychoanalytischen und verhaltenstherapeutischen Vorgehensweise der am meisten geübte und weitverbreitete Therapie- und Betreuungsansatz. Systemarbeit betrachtet das Einzelne nicht als mangelhaft, sondern geht davon aus, dass sich die Menschen immer so an ihre Umgebung anpassen, dass sie ausgeglichen wird, auch wenn dies oft einen hohen Gegenwert hat.

Therapeutische oder beratende Maßnahmen können im systemischen Sinne nicht auf extern kontrollierte Änderungen abzielen, sondern nur Anstöße für ein so in Gang gesetztes und eventuell für alle Seiten vorteilhafteres Gesamtsystem sein. Die Individualtherapie war in den 1950er Jahren die einzige anerkannte Praxisform der Psychotherapie und Beratung.

Eine Zeit lang war die Therapie hier in Lebensgefahr, die Familien statt einer einzigen zu erkranken. Diese Neigung wird heute mit Skepsis betrachtet, da sie sehr stark im Nachdenken über Pathologien und lineare Kausalzusammenhänge verwurzelt war. Aber auch heute noch ist die damalige Einsicht in die systemische Arbeit wichtig: Ein humanes "Problem" wird nicht als "Störung" betrachtet, die ein Mensch hat, sondern als die Ausprägung eines gesellschaftlichen Lebens.

Anstatt nachzufragen: "Wer hat das Dilemma, seit wann und warum? "Von wem ist als bedeutendes Glied im gesellschaftlichen Kontext zu verstehen und wer beschreibt'das Problem' als? "In den siebziger und achtziger Jahren waren die Barrieren der althergebrachten tabuisierten Welt schon lange überwunden, die Behandlung mit der ganzen Famile wurde immer selbstverständlicher.

Ausgehend von den Pioniererfahrungen hatte sich eine sehr starke Übungsform herausgebildet, die auch die Grenze der psychotherapeutischen Behandlung zu überwinden beginnt. In der Bildungsberatung und Jugendfürsorge wurde die Familie zu einem Selbstverständlichkeitsinstrument, und auch in anderen Gebieten etablierte sich das Systemdenken und -handelns immer mehr. Consultants aus unterschiedlichen Grundberufen bezeichnen die Analysemöglichkeiten und Interventionsmöglichkeiten, die ihnen systemischer Konzeptionen zur Verfügung stehen, als eine große Bereicherung des Praxisalltags, und so haben wir heute eine große Anerkennung für Systemdenken und Systemmethoden in vielen anderen Gebieten - überall dort, wo Menschen mit Menschen umgehen: in den unterschiedlichen Psychosozialbereichen (von psychotherapeutischer Beratung über Bildungsberatung), in der Erziehungswissenschaft (Schule, Heimarbeit etc.) bis hin zu Personal- und Team-Entwicklung sowie Unternehmensberatung und -entwicklung.

Es ist daher nachvollziehbar, dass die systematische Ausbildung nach wie vor die größten Zuwachsraten in der beruflichen Fortbildung aufweist.

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