Lebensberatung& Coaching
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So finden Sie den passenden Coach oder Lebensberater

Wenn Sie beruflich oder privat vor einer Entscheidung stehen, suchen Sie jemanden, der zuhört und Ihnen hilft, Ihre Ziele zu klären. Dafür gibt es Coaching und Lebensberatung. Die Bezeichnung Coach ist in Deutschland nicht geschützt. Jeder darf sich so nennen. Entscheidend sind Ausbildung, Arbeitsweise und Erfahrung des Anbieters, nicht der Titel.

Seriöse Anbieter erkennen Sie an klaren Qualifikationen, offenen Antworten auf Ihre Fragen und einer Arbeitsweise, die auf Ihre eigenen Fähigkeiten setzt.

Warum der Titel Coach nichts aussagt

Jeder darf sich in Deutschland Coach oder Lebensberater nennen, ohne eine Ausbildung nachzuweisen. Das heißt nicht, dass alle Anbieter unseriös sind. Sie müssen die Qualifikation selbst prüfen. Eine seriöse Ausbildung dauert in der Regel mehrere Monate, umfasst praktische Übung und wird von erfahrenen Kollegen begleitet. Viele gute Coaches haben zusätzlich ein Studium in Psychologie, Sozial- oder Wirtschaftswissenschaften abgeschlossen.

Eine TÜV-Zertifizierung ist dagegen kein Qualitätsmerkmal. Sie bescheinigt nur, dass ein bestimmtes Verfahren geprüft wurde. Sie sagt nichts darüber, ob der Coach gut arbeitet oder zu Ihrem Anliegen passt. Lassen Sie sich von solchen Siegeln nicht blenden. Fragen Sie stattdessen nach konkreten Nachweisen: Zertifikate der Ausbildung, Angaben zur Dauer und zum Anbieter der Weiterbildung sowie Referenzen von früheren Klienten.

So finden Sie passende Anbieter

Empfehlungen von Freunden oder Kollegen sind ein guter Ausgangspunkt, weil Sie dann jemanden kennen, der die Arbeitsweise selbst erlebt hat. Auch Datenbanken von Coaching-Verbänden helfen bei der Suche. Aber die Qualitätsstandards der Verbände sind sehr unterschiedlich. Eine Mitgliedschaft allein ist daher kein verlässliches Gütesiegel. Prüfen Sie auf der Website des Verbands, welche Aufnahmekriterien gelten, oder fragen Sie direkt nach.

Wenn Sie zwei oder drei Kandidaten gefunden haben, vergleichen Sie nicht nur die Preise, sondern auch die Schwerpunkte. Manche Coaches arbeiten vor allem mit Führungskräften, andere mit Menschen in Lebenskrisen oder mit beruflicher Neuorientierung. Achten Sie darauf, dass der Coach Erfahrung mit Ihrem Thema hat.

Fragen vor dem ersten Termin

Bevor Sie sich für eine Zusammenarbeit entscheiden, sollten Sie einige Fragen klären. Fragen Sie nach der Ausbildung, der Dauer und der Methode. Fragen Sie, mit welchen Themen der Coach regelmäßig arbeitet und ob er Erfahrung mit Ihrer Situation hat. Fragen Sie, wie die Zusammenarbeit abläuft: Wie viele Sitzungen sind üblich, was passiert in einer Sitzung und woran Sie Fortschritte erkennen.

Ein guter Coach beantwortet diese Fragen offen und sagt auch, wann er nicht der richtige Ansprechpartner ist. Wer ausweicht, unklare Antworten gibt oder sofort einen Vertrag abschließen will, sendet ein Warnsignal. Nehmen Sie sich Zeit für das erste Gespräch und entscheiden Sie erst danach.

Wann ein Angebot nicht passt

Ein Angebot passt nicht, wenn der Anbieter schnelle Lösungen oder Heilung verspricht. Coaching soll Hilfe zur Selbsthilfe bieten. Es soll Ihre eigenen Fähigkeiten stärken, statt fertige Ratschläge zu liefern. Sie sollten misstrauisch werden, wenn jemand mit TÜV-Zertifikaten wirbt, die Qualifikation unklar bleibt oder Druck aufgebaut wird, sofort zu buchen.

Auch wenn ein Coach behauptet, Krankheiten behandeln oder Diagnosen stellen zu können, ist das ein klares Warnsignal. Coaching arbeitet mit gesunden Menschen an beruflichen und persönlichen Fragen. Wer medizinische oder psychotherapeutische Behandlung anbietet, ohne dafür qualifiziert zu sein, überschreitet seine Grenzen.

Coaching ist keine Psychotherapie

Psychotherapie behandelt seelische Erkrankungen. Sie ist ein medizinisches Behandlungsverfahren, das von approbierten Psychotherapeuten und Ärzten durchgeführt wird. Coaching unterstützt gesunde Menschen bei beruflichen oder persönlichen Fragen. Wenn Sie unter anhaltender Niedergeschlagenheit, Angst oder anderen psychischen Beschwerden leiden, gehört die Behandlung in die Hände von Psychotherapeuten oder Ärzten.

Der erste Schritt in der ambulanten Psychotherapie ist die psychotherapeutische Sprechstunde. Auf diese Sprechstunde haben Sie Anspruch. Dort klären Sie mit einer Fachperson, ob eine Behandlung sinnvoll ist und wie sie abläuft. Die Kosten übernimmt die Krankenkasse, wenn eine Behandlung medizinisch notwendig ist.

Hilfe bei Krisen und psychischer Belastung

In akuten Krisen ist Coaching der falsche Weg. Die Psychotherapie bietet eine Akutbehandlung mit bis zu zwölf Therapiestunden. Dafür ist kein Antrag bei der Krankenkasse nötig. Die Telefonseelsorge erreichen Sie kostenlos und anonym per Telefon, Mail, Chat oder in persönlicher Beratung. Auch die Nummer 116117, der ärztliche Bereitschaftsdienst, hilft bei psychischen Notlagen weiter und vermittelt bei Bedarf Termine.

Wenn Sie sich in einer akuten Krise befinden oder den Verdacht haben, dass eine seelische Erkrankung vorliegt, suchen Sie zuerst diese Hilfe. Ein Coaching kann eine solche Behandlung nicht ersetzen. Eine Verzögerung kann die Situation verschlimmern.

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