Lebensberatung& Coaching
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Unterstützung für Angehörige in schwierigen Zeiten

Wenn ein nahestehender Mensch psychisch belastet ist oder in einer Krise steckt, hören Sie zu, bieten Sie praktische Hilfe an und suchen Sie gemeinsam Unterstützung. Sie müssen die Krise nicht allein lösen oder die Behandlung übernehmen. Lebensberatung oder Coaching kann bei konkreten Fragen des Alltags helfen. Bei einer psychischen Erkrankung oder akuter Gefahr brauchen Sie qualifizierte Hilfe von Fachleuten.

Holen auch Sie sich Unterstützung und setzen Sie Grenzen. Bei akuter Selbst- oder Fremdgefährdung rufen Sie den Rettungsdienst unter 112.

Zuhören und konkrete Hilfe anbieten

Beginnen Sie mit Zuhören, statt sofort Lösungen vorzuschlagen. Nehmen Sie die Verzweiflung ernst und fragen Sie nach, ob Sie die Situation richtig verstanden haben. Eine konkrete Frage wie „Was würde Ihnen heute am meisten helfen?“ ist oft hilfreicher als ein allgemeines „Das wird schon“.

Bieten Sie nur Hilfe an, die Sie tatsächlich leisten können. Das kann heißen, gemeinsam eine Beratungsstelle anzurufen oder die Person zu einem Termin zu begleiten. Auch bei einer alltäglichen Aufgabe können Sie unterstützen. Wenn sich die Lage verschlechtert oder die Person im Alltag kaum noch zurechtkommt, holen Sie Fachleute dazu.

Beratung und Coaching einordnen

Lebensberatung oder Coaching kann passen, wenn es um ein klar umrissenes Anliegen geht, etwa eine schwierige Entscheidung, Konflikte im Alltag oder die Planung nächster Schritte. Dabei entwickelt die Person, die Rat sucht, eigene Lösungen und wird von einer Beratungskraft unterstützt. Coaching behandelt weder psychische Erkrankungen noch tiefergehende psychische Probleme.

In Deutschland ist die Berufsbezeichnung „Coach“ nicht geschützt. Prüfen Sie deshalb die Ausbildung und Erfahrung der beratenden Person. Fragen Sie auch nach den Methoden, die sie nutzt, und den Kosten. Seien Sie vorsichtig bei Versprechen schneller Erfolge. Das gilt auch, wenn jemand Sie zu einem sofortigen Vertragsabschluss drängt oder bei erkennbarem Therapiebedarf keine geeignete Hilfe empfiehlt.

Sie können sich auch beraten lassen, wenn die betroffene Person selbst noch keine Hilfe annehmen möchte. Der Sozialpsychiatrische Dienst berät vielerorts Betroffene und ihr Umfeld, unterstützt bei der Suche nach Hilfen und kann je nach Ort auch Hausbesuche anbieten. Das Angebot ist kostenlos; eine Diagnose oder Krankenversicherung ist dafür nicht nötig. Die konkreten Leistungen unterscheiden sich regional. Selbsthilfegruppen bieten Austausch und Informationen. Beide Angebote ergänzen eine Behandlung, wenn diese erforderlich ist.

Eigene Grenzen schützen

Sie können begleiten, aber nicht allein für die Genesung oder Sicherheit eines anderen Menschen verantwortlich sein. Sagen Sie klar, was Sie anbieten können: zum Beispiel ein Gespräch zu einer vereinbarten Zeit oder Hilfe bei der Suche nach einer Beratungsstelle. Wenn weitere Angehörige oder Fachkräfte helfen können, bitten Sie sie, sich ebenfalls einzubringen.

Nehmen Sie auch Ihre eigene Belastung ernst. Wenn die Situation Sie dauerhaft erschöpft oder Ihre Gesundheit beeinträchtigt, wenden Sie sich selbst an eine Beratungsstelle, eine Selbsthilfegruppe oder eine behandelnde Fachperson. Für pflegende Angehörige nennt das Bundesgesundheitsportal anhaltende Schlafprobleme und ungewöhnliche Müdigkeit als mögliche Belastungszeichen. Diese Hinweise stammen aus dem Pflegekontext und sind keine allgemeine Diagnose für jede schwierige Lebenslage.

Wann Fachleute helfen sollten

Suchen Sie professionelle Unterstützung, wenn Sie sich ernsthaft Sorgen machen. Das gilt auch, wenn die betroffene Person im Alltag deutlich eingeschränkt ist oder Gespräche und praktische Hilfe nicht ausreichen. Hausarztpraxen können erste Anlaufstellen sein. Das gilt ebenso für Psychiaterinnen und Psychiater sowie Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten. Auch der Sozialpsychiatrische Dienst kann bei der Orientierung und bei der Suche nach weiterer Hilfe unterstützen.

In einer psychotherapeutischen Sprechstunde wird zunächst eingeschätzt, ob eine Behandlung sinnvoll ist. Gesetzlich Versicherte können sich direkt an psychotherapeutische Praxen wenden oder die Terminservicestelle der Kassenärztlichen Vereinigungen unter 116 117 nutzen. Sie selbst können ebenfalls psychotherapeutische Hilfe suchen, auch wenn die betroffene Person das noch nicht möchte.

Bei akuter Gefahr handeln

Wenn jemand von Suizidgedanken oder konkreten Plänen spricht, nehmen Sie das ernst. Hören Sie zu und reden Sie die Gefahr nicht klein. Holen Sie außerdem professionelle Hilfe dazu. Bei akuter Selbst- oder Fremdgefährdung rufen Sie 112. Versuchen Sie nicht, eine unmittelbare Gefahr allein aufzufangen.

Bei dringendem medizinischem Bedarf ohne unmittelbare Lebensgefahr berät die 116 117. Die TelefonSeelsorge ist unter 116 123 erreichbar und bietet rund um die Uhr telefonische und Online-Beratung an. Auch in einer akuten Krise müssen Sie die Verantwortung nicht allein tragen.

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