Online-Lebensberatung und Coaching können helfen, persönliche Ziele zu klären und Veränderungen anzugehen. Bei akuter Gefahr oder starken psychischen Beschwerden reicht Coaching allein nicht aus. Das gilt auch bei körperlichen Symptomen, die medizinisch abgeklärt werden sollten. Wenden Sie sich dann an eine passende Beratungsstelle oder medizinische Fachperson.
Auch per Video ist psychotherapeutische Behandlung unter bestimmten Voraussetzungen möglich. Coaching und Lebensberatung ersetzen weder eine Diagnose noch eine notwendige Behandlung.
Bei akuter Gefahr sofort Hilfe holen
Wenn Sie befürchten, sich selbst oder anderen etwas anzutun, oder Ihre Sicherheit gerade nicht gewährleisten können, wenden Sie sich an den Rettungsdienst unter 112. Bei unmittelbarer Gefahr durch eine andere Person erreichen Sie die Polizei unter 110. Warten Sie in solchen Situationen nicht auf den nächsten Coaching-Termin.
Wenn Sie dringend ärztliche Hilfe brauchen, aber kein lebensbedrohlicher Notfall vorliegt, ist der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117 eine Anlaufstelle. Bei einer psychischen Krise und dem Bedürfnis, mit jemandem zu sprechen, erreichen Sie die TelefonSeelsorge rund um die Uhr unter 0800 1110111, 0800 1110222 oder 116 123. Sie bietet auch Chat- und E-Mail-Kontakt. Bei akuter Gefahr ersetzt sie jedoch nicht den Notruf.
Wenn psychische Beschwerden den Alltag erschweren
Lassen Sie starke oder anhaltende Belastungen von einer Fachperson beurteilen, besonders wenn sich Ihr Zustand verschlechtert oder Sie alltägliche Aufgaben kaum noch bewältigen. Das zeigt sich zum Beispiel daran, dass Sie sich zunehmend zurückziehen, wichtige Termine nicht mehr wahrnehmen oder notwendige Hilfe nicht in Anspruch nehmen.
Das bedeutet nicht automatisch, dass Coaching ungeeignet ist. Es sollte in dieser Lage aber nicht Ihre einzige Unterstützung sein. In einer psychotherapeutischen Sprechstunde lässt sich klären, ob eine psychische Erkrankung vorliegen könnte und welche Hilfe passt. Dazu können Psychotherapie und ärztliche Unterstützung gehören; auch ein Beratungsangebot kann infrage kommen. Einen Termin oder Informationen zur Vermittlung erhalten Sie über 116117. In vielen Orten berät außerdem der Sozialpsychiatrische Dienst Menschen mit psychischen Problemen und deren Angehörige.
Körperliche Beschwerden ärztlich abklären
Lassen Sie neue, anhaltende, stärkere oder zunehmende körperliche Beschwerden ärztlich abklären. Lassen Sie sie nicht allein im Coaching als Folge von Stress oder einer Lebenskrise einordnen. Ein ärztliches Gespräch und eine Untersuchung können klären, ob weitere Schritte nötig sind.
Coaching kann persönliche Fragen begleiten, etwa wie Sie mit einer Belastung umgehen. Es sollte aber keine medizinische Untersuchung oder Diagnose ersetzen. Wenn Sie bereits wegen Beschwerden in Behandlung sind, besprechen Sie mit der behandelnden Fachperson, welche zusätzliche Unterstützung sinnvoll ist.
Online-Coaching von Videotherapie unterscheiden
Online bedeutet nicht automatisch ungeeignet. Approbierte Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten können bestimmte Behandlungen per Video anbieten, wenn das fachlich passt. Dazu gehört auch eine psychotherapeutische Akutbehandlung. Dabei gelten Anforderungen an die professionelle Versorgung, einschließlich Vorkehrungen für den Fall, dass Sie sich selbst oder andere gefährden könnten.
Das ist von Online-Coaching zu unterscheiden. Fragen Sie deshalb, welche Qualifikation die beratende Person hat, was sie konkret anbietet und wie sie bei einer Krise vorgeht. Fragen Sie auch, an wen sie Sie verweist, wenn Ihre Beschwerden eine medizinische oder psychotherapeutische Einschätzung erfordern. Wenn ein Angebot eine Diagnose oder Behandlung verspricht, ohne dafür qualifiziert zu sein, suchen Sie eine andere Anlaufstelle.