Wenn ein wichtiges Vorhaben ansteht und Sie nicht wissen, womit Sie anfangen sollen, hilft Coaching Ihnen, Ihr Ziel zu klären, Prioritäten zu setzen und konkrete Schritte zu planen. Der Coach begleitet Sie, die Entscheidungen treffen Sie selbst.
Ein Coach begleitet Sie bei persönlichen oder beruflichen Anliegen und hilft Ihnen, an Ihren Zielen dranzubleiben. Er kann aber nicht garantieren, dass Sie Ihr Ziel erreichen. Bei starken oder anhaltenden psychischen Beschwerden brauchen Sie fachliche Hilfe – statt eines Coachings oder zusätzlich dazu.
Wie Coaching bei Zielen hilft
Ein Coach stellt Fragen, mit denen Sie Wünsche, Erwartungen und Hindernisse genauer betrachten. So lässt sich etwa klären, ob Sie wirklich den Beruf wechseln möchten oder vor allem andere Arbeitsbedingungen brauchen. Aus der Antwort kann zunächst ein Erkundungsschritt entstehen, statt sofort eine weitreichende Entscheidung zu treffen.
Studien zu Coaching am Arbeitsplatz zeigen insgesamt positive Ergebnisse. Sie belegen aber nicht, dass Coaching bei jedem persönlichen Anliegen hilft. Eine Meta-Analyse fasst die Ergebnisse mehrerer Studien zusammen. Eine solche Auswertung aus dem Jahr 2023 untersuchte elf Studien zu Coaching in Organisationen und fand im Durchschnitt einen positiven Effekt. Die Ergebnisse lassen sich nicht ohne Weiteres auf jede Form der Lebensberatung übertragen.
Auch einzelne Methoden helfen beim Umsetzen: Eine Meta-Analyse zu Fortschrittskontrolle bündelte 138 Studien. Im Durchschnitt erreichten Personen ihre Ziele besser, wenn sie den Fortschritt überprüften. Das spricht dafür, Fortschritte regelmäßig festzuhalten. Es belegt nicht, dass ein Coach diesen Effekt zwingend hervorruft.
Persönliche Ziele konkret formulieren
Ein brauchbares Ziel beschreibt, was Sie selbst tun oder herausfinden möchten. „Ich möchte beruflich zufriedener sein“ benennt einen Wunsch, aber noch keine Handlung. Eine konkretere Fassung lautet:
„Bis Ende des Monats spreche ich mit zwei Personen aus Berufsfeldern, die mich interessieren. Danach notiere ich, welche Tätigkeiten und Arbeitsbedingungen zu mir passen.“
Dieses Ziel hat einen klaren Zeitraum und überprüfbare Schritte. Zugleich geht es zunächst darum, Informationen zu sammeln. Sie müssen sich noch nicht auf einen neuen Beruf festlegen.
Ein Coach kann mit Ihnen prüfen, ob ein Ziel wirklich zu Ihren eigenen Werten passt und ob Zeit, Energie und Verpflichtungen dafür reichen. Ein ehrgeiziges Ziel ist nicht automatisch ein gutes Ziel. Wenn es dauerhaft Gesundheit, Beziehungen oder andere wichtige Vorhaben verdrängt, braucht es eine Anpassung.
Prioritäten festlegen
Wenn mehrere Ziele gleichzeitig wichtig erscheinen, entscheiden Sie, welches jetzt Vorrang hat. Fragen Sie sich, was sich verändern soll, was unbedingt bleiben muss und worauf Sie in nächster Zeit Einfluss haben. Ein Ziel, das vor allem den Erwartungen anderer entspricht, verdient eine genauere Prüfung.
Bei einer beruflichen Neuorientierung könnte die erste Priorität sein, herauszufinden, welche Tätigkeiten Ihnen liegen. Eine Weiterbildung oder Kündigung käme erst später infrage. So richten Sie Ihre Energie auf den nächsten sinnvollen Schritt, statt mehrere große Vorhaben parallel anzufangen.
Prioritäten dürfen sich ändern. Neue Informationen, eine veränderte Lebenslage oder eine zu hohe Belastung sind gute Gründe, einen Plan neu zu bewerten. Ein Ziel anzupassen oder aufzugeben ist eine sachliche Entscheidung, wenn es nicht mehr zu Ihren Bedürfnissen passt.
Große Vorhaben aufteilen
Zwischenziele teilen ein Vorhaben in kleinere Schritte auf. So können Sie prüfen, ob Ihre Annahmen stimmen. Bei der beruflichen Neuorientierung könnten Sie zunächst Ihre Kriterien notieren, dann zwei Informationsgespräche führen und anschließend ein passendes Tätigkeitsfeld oder eine Weiterbildung genauer prüfen. Nach diesen Schritten entscheiden Sie, ob Sie weiter in diese Richtung gehen möchten.
Nicht jedes Zwischenziel muss ein fertiges Ergebnis liefern. Wenn Sie noch unsicher sind, kann „Informationen sammeln und Optionen vergleichen“ sinnvoller sein als „neuen Beruf finden“. So bleibt der nächste Schritt erreichbar, ohne dass Sie eine Entscheidung erzwingen.
Den nächsten Schritt planen
Formulieren Sie eine konkrete Handlung und verbinden Sie sie mit einem passenden Zeitpunkt oder Auslöser. Zum Beispiel: „Wenn ich am Donnerstag nach der Arbeit zu Hause bin, suche ich 15 Minuten nach zwei passenden Weiterbildungsmöglichkeiten und notiere die Angebote.“ Ein Wenn-dann-Plan legt fest, was Sie in einer bestimmten Situation tun.
Die Zeitangabe ist hier ein Beispiel, keine allgemeine Vorgabe. Wählen Sie einen Umfang, der in Ihren Alltag passt. Wenn Sie den Schritt regelmäßig verschieben, prüfen Sie, ob er zu groß ist, der Zeitpunkt ungeeignet ist oder Ihnen noch Informationen fehlen.
Fortschritt regelmäßig prüfen
Halten Sie kurz fest, was Sie erledigt haben und was Sie dabei gelernt haben. Ein Kalenderhaken oder eine Notiz reicht oft. Bei einem Informationsgespräch können Sie etwa notieren, welche Aufgaben Sie angesprochen haben und welche Fragen offenblieben.
Besprechen Sie mit einem Coach, welche Hindernisse aufgetaucht sind und ob der nächste Schritt weiterhin sinnvoll ist. Fortschritt bedeutet nicht immer, dem ursprünglichen Ziel näherzukommen. Manchmal finden Sie bei der Erkundung heraus, dass ein anderer Weg besser passt.
Coaching und Therapie unterscheiden
Coaching unterstützt Sie bei Zielen, Entscheidungen und Umsetzung. Psychotherapie behandelt psychische Störungen mit Krankheitswert. Das deutsche Psychotherapeutengesetz zählt Psychotherapie zur Heilkunde. Das gilt nicht für Tätigkeiten, die soziale Konflikte oder andere Anliegen außerhalb der Heilkunde betreffen. Wer Coaching anbietet, ist deshalb nicht automatisch psychotherapeutisch qualifiziert.
Wenn Sie anhaltend stark belastet sind, unter psychischen Beschwerden leiden oder eine Krise erleben, wenden Sie sich an eine Hausarztpraxis oder eine Psychotherapeutin beziehungsweise einen Psychotherapeuten. Eine psychotherapeutische Sprechstunde kann den Behandlungsbedarf einschätzen. Außerhalb der regulären Öffnungszeiten erreichen Sie den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117. Die Telefonseelsorge ist unter 116 123 erreichbar. Bei akuter Gefahr für Sie selbst oder andere wählen Sie 112.