Bei einer Lebensberatung per Video besprechen Sie persönliche Fragen, Konflikte oder Entscheidungen mit einer beratenden Person. Sie sprechen per Kamera und Mikrofon miteinander, auch wenn Sie an verschiedenen Orten sind. Das Gespräch ähnelt meist einer Beratung vor Ort; Ablauf, Dauer und Datenschutz hängen vom Anbieter ab.
Klären Sie vor der Buchung, ob das Angebot zu Ihrem Anliegen passt. Lebensberatung ersetzt keine Psychotherapie zur Behandlung einer psychischen Erkrankung und keine ärztliche Abklärung medizinischer Fragen.
Klären Sie den Termin vorab
Fragen Sie, zu welchen Themen die Beratung passt und welche Ausbildung oder Erfahrung die beratende Person hat. Klären Sie außerdem den Preis, die Sitzungsdauer und die Regeln für eine Absage. So wissen Sie vor dem Gespräch, was Sie erwartet und welche Kosten entstehen.
Erkundigen Sie sich auch nach der Videoplattform. Fragen Sie, ob Sie ein Konto anlegen oder ein Programm installieren müssen, wie Sie den Zugangslink erhalten und an wen Sie sich bei technischen Problemen wenden. Klären Sie möglichst auch, was Sie bei einem Verbindungsabbruch tun und ob Sie stattdessen telefonieren können.
Richten Sie Technik und Raum ein
Für ein Videogespräch brauchen Sie ein Gerät mit Kamera und Mikrofon sowie eine stabile Internetverbindung. Testen Sie Bild und Ton vorher. Laden Sie das Gerät auf und legen Sie den Zugangslink bereit. Folgen Sie der Einladung des Anbieters, wenn sie eine bestimmte Einwahlzeit nennt. Manche Angebote empfehlen, einige Minuten vor Beginn beizutreten.
Suchen Sie einen Ort, an dem Sie ungestört sprechen können. Sorgen Sie für gutes Licht, damit man Ihr Gesicht gut sieht, und schalten Sie Benachrichtigungen aus. Kopfhörer helfen, das Gespräch für andere im Raum weniger hörbar zu machen. Wenn Sie nicht allein wohnen, sagen Sie den Mitbewohnerinnen oder Mitbewohnern, dass Sie während des Termins Ruhe brauchen.
So läuft die Videositzung ab
Zu Beginn prüfen Sie gemeinsam, ob Ton und Bild funktionieren und ob Sie ungestört sind. Danach schildern Sie, was Sie beschäftigt und was Sie aus dem Gespräch mitnehmen möchten. Die beratende Person stellt Fragen, um die Situation besser zu verstehen. Anschließend überlegen Sie gemeinsam, welche Perspektiven oder nächsten Schritte hilfreich sind.
Zum Ende fassen Sie zusammen, was für Sie wichtig war. Sie können besprechen, ob ein weiterer Termin sinnvoll ist oder ob eine andere Anlaufstelle besser passt. Die Reihenfolge kann sich von Sitzung zu Sitzung ändern. Wenn die Verbindung stockt, sprechen Sie es direkt an und vereinbaren Sie bei Bedarf einen neuen Termin oder einen Wechsel zum Telefon.
Fragen Sie nach Dauer und Datenschutz
Der jeweilige Anbieter legt fest, wie lange eine Sitzung der Video-Lebensberatung dauert. Fragen Sie deshalb vor der Buchung nach der Länge des Gesprächs und danach, ob eine Verlängerung möglich ist. Die Dauer eines anderen Beratungs- oder Therapieangebots sagt nichts Verlässliches über Ihre Sitzung aus.
Auch beim Datenschutz gelten je nach Anbieter unterschiedliche Bedingungen. Fragen Sie, über welche Plattform das Gespräch stattfindet und ob es aufgezeichnet wird. Erkundigen Sie sich außerdem, welche Daten gespeichert werden. Klären Sie, wer darauf zugreifen kann und wie lange die Daten aufbewahrt werden. Verlassen Sie sich nicht auf pauschale Aussagen wie „vertraulich“, ohne zu erfahren, was das für den konkreten Dienst bedeutet. Achten Sie auch selbst darauf, in einem privaten Raum zu sitzen.
Halten Sie die nächsten Schritte fest
Notieren Sie nach dem Gespräch, was Ihnen besonders wichtig war und was Sie als Nächstes ausprobieren möchten. Schreiben Sie auch offene Fragen auf, damit Sie sie beim Folgetermin ansprechen können. Manche Beratende geben eine Zusammenfassung oder Materialien mit; fragen Sie vorher, ob das dazugehört und wie diese Unterlagen übermittelt werden.
Wann Video-Lebensberatung nicht ausreicht
Lebensberatung hilft dabei, persönliche Situationen zu sortieren und Entscheidungen zu durchdenken. Sie ist nicht dafür da, psychische Erkrankungen zu diagnostizieren oder zu behandeln. Wenn Beschwerden anhalten oder Ihren Alltag deutlich beeinträchtigen, vereinbaren Sie eine psychotherapeutische Sprechstunde oder sprechen Sie mit Ihrer Hausarztpraxis. Das gilt auch, wenn eine Diagnose beziehungsweise Behandlung nötig sein könnte. Lassen Sie sich auch persönlich oder fachärztlich untersuchen, wenn körperliche Beschwerden abgeklärt werden müssen oder das Gespräch per Video für Sie nicht funktioniert.
Bei akuter Gefahr für Sie selbst oder andere rufen Sie den Notruf 112. Wenn Sie dringend Unterstützung brauchen, aber keine akute Selbst- oder Fremdgefährdung besteht, können Sie die TelefonSeelsorge unter 0800 1110111, 0800 1110222 oder 116 123 erreichen. Bei dringendem medizinischem Unterstützungsbedarf wenden Sie sich an eine Notfallambulanz, Ihre Hausarztpraxis oder den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116117.