Coaching ist ein strukturierter Prozess: Ein Coach begleitet Sie als Sparringspartner, damit Sie Ihre Ziele klären und konkrete Schritte entwickeln. Er gibt keine Anweisungen, sondern stellt gezielte Fragen, damit Sie Ihre eigenen Ressourcen erkennen und nutzen.
Voraussetzung ist, dass Sie psychisch gesund sind und sich selbst steuern können. Dann hilft Coaching in vielen beruflichen und privaten Situationen. Fehlt diese Voraussetzung, stoßen Sie an Grenzen, die ein Coach nicht überwinden kann.
Wobei Coaching hilft
Coaching eignet sich für Menschen, die ein klares Ziel haben oder etwas in ihrem Leben verändern möchten. Der Coach hilft Ihnen, dieses Ziel zu präzisieren, Hindernisse zu erkennen und Ihre eigenen Fähigkeiten gezielt einzusetzen. Typische Anlässe sind die Karriereplanung, die Vorbereitung auf eine neue Führungsrolle, die Bewältigung von Konflikten am Arbeitsplatz oder eine anstehende Entscheidung, bei der Sie nicht weiterkommen.
Ein Coaching dauert oft nur wenige Sitzungen. Manchmal reicht schon ein einziges Gespräch, um Klarheit zu gewinnen und mit neuer Energie weiterzuarbeiten. Der Coach gibt Ihnen Werkzeuge an die Hand, mit denen Sie nach dem Coaching eigenständig weitermachen können. Das unterscheidet Coaching von einer langfristigen Begleitung: Es ist eine kurze bis mittelfristige Intervention, die auf Ihre Eigenverantwortung setzt.
In Unternehmen hilft Coaching außerdem, Mitarbeiter zu binden und eine konstruktive Feedbackkultur aufzubauen. Es unterstützt zudem die Entwicklung einer lernenden Organisation. Wenn Sie als Führungskraft Ihr Team besser entwickeln möchten oder ein schwieriges Mitarbeitergespräch vorbereiten wollen, kann ein Coaching Ihnen helfen, Ihre Rolle klarer zu definieren und souveräner aufzutreten.
Wann Coaching an seine Grenzen stößt
Coaching ist keine Therapie. Diese Unterscheidung ist wichtig, denn sie bestimmt, ob Sie mit Ihrem Anliegen beim Coach richtig sind. Coaching geht davon aus, dass Sie psychisch gesund sind und Ihre Probleme aus eigener Kraft lösen können, wenn Sie die richtigen Impulse bekommen. Wenn Sie jedoch unter einer psychischen Erkrankung leiden, etwa unter einer Depression, einer Angststörung oder einem Burnout, dann brauchen Sie eine andere Form der Hilfe.
Ein Coach ist nicht dafür ausgebildet, psychische Störungen zu behandeln. Wenn Sie erwarten, dass ein Coaching Ihre Depression oder Ihre Angstzustände beseitigt, werden Sie enttäuscht. Schlimmer noch: Sie verlieren wertvolle Zeit, in der Sie eine angemessene Behandlung hätten beginnen können. Deshalb gilt: Wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihre Belastung über alltägliche Herausforderungen hinausgeht, suchen Sie zuerst ärztlichen oder psychotherapeutischen Rat.
Warnzeichen, bei denen Sie keine Coaching-Sitzung buchen sollten, sind anhaltende Niedergeschlagenheit, Schlafstörungen, Hoffnungslosigkeit, starke Ängste, die Sie im Alltag einschränken, oder der Verlust der Fähigkeit, Freude zu empfinden. Dann brauchen Sie professionelle Hilfe. Auch wenn Sie sich in einer akuten Krise befinden oder Suizidgedanken haben, ist ein Coach die falsche Anlaufstelle. In solchen Fällen wenden Sie sich an Ihre Hausärztin oder Ihren Hausarzt, an eine psychotherapeutische Praxis oder an die Telefonseelsorge.
So entscheiden Sie, ob Coaching das Richtige ist
Bevor Sie einen Coach buchen, stellen Sie sich drei Fragen. Erstens: Habe ich ein konkretes Ziel, das ich erreichen möchte? Wenn Sie nur ein vages Unwohlsein spüren, aber nicht sagen können, was sich ändern soll, ist Coaching vielleicht verfrüht. Zweitens: Bin ich bereit, selbst Verantwortung für Veränderungen zu übernehmen? Ein Coach kann Ihnen Impulse geben, aber die Umsetzung liegt bei Ihnen. Drittens: Geht es um eine Herausforderung, die ich mit meinen eigenen Ressourcen bewältigen kann? Wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihre Kräfte nicht ausreichen oder dass etwas in Ihnen blockiert ist, das Sie nicht allein auflösen können, dann ist eine therapeutische Abklärung sinnvoller.
Ein gutes Beispiel für einen sinnvollen Coaching-Anlass ist die Frage, ob Sie den Job wechseln sollen. Sie fühlen sich unzufrieden, wissen aber nicht, ob das an der Firma, an der Aufgabe oder an Ihren eigenen Erwartungen liegt. Ein Coach hilft Ihnen, Ihre Prioritäten zu sortieren, Ihre Stärken zu erkennen und eine Entscheidung zu treffen, die zu Ihnen passt. Wenn Sie sich dagegen seit Monaten antriebslos fühlen, morgens kaum aufstehen können und sich von allem überfordert fühlen, ist Coaching nicht geeignet. Hier deutet vieles auf eine depressive Episode hin, die eine ärztliche Abklärung erfordert.
Auch bei privaten Fragen wie Beziehungsproblemen oder der Suche nach mehr Work-Life-Balance kann Coaching helfen, solange Sie selbst handlungsfähig sind. Wenn die Beziehung jedoch tiefgreifend belastet ist oder Sie unter der Situation körperlich leiden, ist eine Paar- oder Einzeltherapie der geeignetere Weg.