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Vorbereitung auf das erste Coaching-Gespräch

Sie haben einen Termin für Ihr erstes Coaching-Gespräch vereinbart. In einem Coaching-Gespräch klären Sie ein Anliegen, setzen sich Ziele und entwickeln konkrete nächste Schritte. Wer vorher weiß, was er erreichen will und welche Fragen er stellen möchte, hat einen klaren Vorteil.

Bei der Vorbereitung formulieren Sie Ihre Ziele, wählen die richtigen Fragen aus und klären Kosten, Vertraulichkeit und die Grenzen des Angebots.

Ziele und Erwartungen formulieren

Der wichtigste Schritt ist, Ihre eigenen Ziele zu klären. Nehmen Sie sich vor dem Gespräch Zeit und beantworten Sie schriftlich drei Fragen: Was genau belastet mich oder was möchte ich verändern? Was soll nach dem Coaching anders sein? Woran werde ich merken, dass das Coaching erfolgreich war?

Formulieren Sie Ihre Ziele konkret und positiv. Statt „Ich will weniger Stress im Job" schreiben Sie besser „Ich möchte in Besprechungen ruhig und selbstbewusst auftreten und meine Meinung klar vertreten". Positive Formulierungen geben dem Coach eine klare Richtung und Ihnen selbst ein messbares Kriterium für den Fortschritt.

Überlegen Sie auch, welche Erwartungen Sie an den Coach haben. Erwarten Sie konkrete Ratschläge, eine neutrale Gesprächspartnerin, die zuhört, oder jemanden, der Sie mit gezielten Fragen selbst auf Lösungen kommen lässt? Ein guter Coach liefert keine fertigen Antworten, sondern hilft Ihnen, eigene Lösungen zu entwickeln. Wenn Sie das wissen, können Sie im Gespräch besser einschätzen, ob die Arbeitsweise zu Ihnen passt.

Fragen an die Coachin oder den Coach

Bereiten Sie konkrete Fragen vor, die Sie im Erstgespräch stellen. Diese Fragen helfen Ihnen einzuschätzen, wie der Coach arbeitet, welche Erfahrung er hat und ob er zu Ihnen passt:

  • Welche Ausbildung und welche Zertifizierungen haben Sie abgeschlossen?
  • Mit welchen Themen und in welchen Bereichen arbeiten Sie schwerpunktmäßig?
  • Wie läuft eine typische Sitzung bei Ihnen ab?
  • Arbeiten Sie mit einem festen Ablauf oder flexibel nach meinem Anliegen?
  • Wie viele Sitzungen sind üblicherweise nötig, um ein Ziel wie meines zu erreichen?
  • Wie geben Sie Feedback und wie messen Sie Fortschritte?
  • Was ist Ihnen in der Zusammenarbeit besonders wichtig?

Stellen Sie diese Fragen offen und ohne Hemmungen. Ein seriöser Coach beantwortet sie gerne und ausführlich. Wenn Sie ausweichende oder vage Antworten erhalten, ist das ein Zeichen, dass die Zusammenarbeit schwierig werden könnte.

Unterlagen und Beispiele vorbereiten

Neben Ihren Zielen gibt es Material, das Sie zum Gespräch mitbringen oder vorher durchdenken sollten. Dazu gehören Unterlagen, die Ihr Anliegen konkret machen. Bei einem beruflichen Thema sind das zum Beispiel eine Stellenbeschreibung, ein aktuelles Mitarbeitergesprächsprotokoll oder eine Liste konkreter Situationen, in denen das Problem auftritt. Bei einem privaten Anliegen können Notizen zu wiederkehrenden Mustern oder Auslösern hilfreich sein.

Notieren Sie außerdem konkrete Beispiele aus den letzten Wochen, die Ihr Anliegen deutlich machen. Statt „Ich komme mit meinem Chef nicht klar" beschreiben Sie eine konkrete Situation: „Letzte Woche hat mein Vorgesetzter meinen Vorschlag im Meeting vor allen abgewertet, und ich habe nichts erwidert." Solche Beispiele geben dem Coach ein realistisches Bild und machen das Gespräch von Anfang an konkret.

Bringen Sie auch eine Liste Ihrer Stärken und Ressourcen mit. Coaching sucht Lösungen und baut auf dem auf, was bereits gut funktioniert. Wenn Sie Ihre Stärken kennen, kann der Coach gezielter daran anknüpfen.

Woran Sie merken, dass die Chemie stimmt

Die Chemie zwischen Ihnen und dem Coach ist entscheidend für den Erfolg des Coachings. Sie merken, dass es passt, wenn Sie sich im Gespräch wohl und ernst genommen fühlen. Achten Sie darauf, ob der Coach Ihnen aufmerksam zuhört, ob er nachfragt, statt vorschnell zu bewerten, und ob Sie das Gefühl haben, offen sprechen zu können.

Ein weiteres Kriterium ist die Art des Feedbacks. Ein guter Coach wiederholt Ihre Aussagen, stellt klärende Fragen und gibt Ihnen Raum, selbst zu denken. Wenn der Coach viel über sich selbst redet, pauschale Ratschläge gibt oder Ihre Entscheidungen bewertet, passt das nicht.

Vertrauen Sie auch Ihrem Bauchgefühl. Wenn Sie nach dem Gespräch das Gefühl haben, verstanden worden zu sein und neue Perspektiven mitzunehmen, ist das ein gutes Zeichen. Wenn Sie sich unsicher oder unwohl fühlen, nehmen Sie das ernst. Schlafen Sie nach dem Erstgespräch eine Nacht darüber und entscheiden Sie dann, ob Sie eine weitere Sitzung buchen.

Kosten, Rahmen und Vertraulichkeit klären

Klären Sie vor oder im Erstgespräch die finanziellen und organisatorischen Details. Fragen Sie nach dem Stundensatz, nach Paketpreisen für mehrere Sitzungen und danach, ob Stornierungen kostenfrei sind. Manche Coaches bieten ein kostenloses Erstgespräch an, andere berechnen es als reguläre Sitzung. Klären Sie das vorab, damit es keine Überraschungen gibt.

Auch der zeitliche Rahmen gehört zur Vorbereitung: Wie lange dauert eine Sitzung, wie oft finden Sitzungen statt und über welchen Zeitraum erstreckt sich das Coaching? Fragen Sie, ob die Sitzungen persönlich, per Video oder telefonisch stattfinden und ob es Aufgaben zwischen den Terminen gibt.

Vertraulichkeit ist in jeder Coaching-Beziehung wichtig. Fragen Sie, ob der Coach der Schweigepflicht unterliegt und wie er mit Ihren Daten umgeht. Seriöse Coaches arbeiten mit einem schriftlichen Vertrag, der Vertraulichkeit, Datenschutz und die Bedingungen der Zusammenarbeit festhält. Bestehen Sie auf einem solchen Vertrag, bevor Sie persönliche Themen ansprechen.

Grenzen des Angebots erkennen

Coaching hat klare Grenzen. Ein guter Coach benennt sie offen. Coaching ist keine Therapie. Wenn Sie unter einer psychischen Erkrankung wie Depression, Angststörung oder Burnout leiden, sollten Sie sich an Psychotherapeutinnen oder Psychiater wenden. Ein Coach kann Sie begleiten, aber nicht diagnostizieren oder behandeln.

Auch bei rechtlichen, steuerlichen oder medizinischen Fragen ist Coaching nicht der richtige Ansprechpartner. Ein Coach gibt keine Rechts- oder Steuerberatung und stellt keine medizinischen Diagnosen. Wenn Ihr Anliegen in diese Bereiche fällt, wenden Sie sich an die entsprechenden Fachleute.

Ein guter Coach erkennt, wenn Ihr Anliegen außerhalb seines Fachgebiets liegt, und verweist Sie an geeignete Stellen. Wenn ein Coach Leistungen verspricht, die er nicht erbringen kann, oder Ihnen das Gefühl gibt, ohne ihn nicht klarzukommen, seien Sie vorsichtig.

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