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Coaching oder Therapie: Fünf Fragen zur richtigen Entscheidung

Coaching unterstützt Sie bei einem konkreten Entwicklungsziel, etwa einer beruflichen Entscheidung. Psychotherapie hilft dabei, psychische Beschwerden einzuordnen und zu behandeln. Die Grenze ist nicht immer eindeutig.

Fünf Fragen geben Ihnen Orientierung, ersetzen aber keine Diagnose. Wenn Sie unsicher sind oder Beschwerden Ihren Alltag deutlich beeinträchtigen, besprechen Sie die nächsten Schritte in einem Gespräch zur Einschätzung Ihrer Beschwerden, in der psychotherapeutischen Sprechstunde oder mit Ihrer Hausarztpraxis.

1. Was möchten Sie verändern?

Ein klar umrissenes Ziel spricht eher für Coaching. Dazu zählen eine schwierige berufliche Entscheidung und der Wunsch, in Gesprächen sicherer aufzutreten. Auch die Frage, wie Sie mit einer neuen Führungsaufgabe umgehen, kann ein Coaching-Ziel sein.

Wenn Sie vor allem psychische Beschwerden verstehen oder lindern möchten, sprechen Sie am besten mit einer psychotherapeutischen Fachperson. Psychotherapie behandelt unter anderem Depressionen, Angst- und Zwangserkrankungen sowie Ess- und Suchterkrankungen. Sie kann auch helfen, psychische Folgen einer körperlichen Erkrankung zu bewältigen.

Psychotherapie kann sich mit aktuellen Problemen befassen und gemeinsam vereinbarte Ziele verfolgen. Fragen Sie sich: Möchten Sie ein konkretes Vorhaben angehen, oder leiden Sie unter Beschwerden, die behandelt werden sollten?

2. Wie stark belasten Sie die Beschwerden?

Schauen Sie darauf, was sich im Alltag verändert hat. Können Sie schlafen, arbeiten oder lernen, Beziehungen pflegen und für sich selbst sorgen? Wenn Beschwerden anhalten, stärker werden oder diese Bereiche deutlich beeinträchtigen, sollten Sie zuerst fachlichen Rat einholen.

Es gibt keine allgemeine Regel, nach wie vielen Tagen oder Wochen eine Therapie nötig ist. Auch ein einzelnes Symptom reicht für eine Diagnose nicht aus. In einer psychotherapeutischen Sprechstunde schätzt eine Fachperson Ihre Beschwerden und den passenden Hilfebedarf ein. Sie können dafür auch zunächst Ihre Hausarztpraxis ansprechen.

3. Brauchen Sie gerade sofort Hilfe?

Bei unmittelbarer Gefahr für Sie selbst oder andere wählen Sie in Deutschland den Notruf 112. Bei dringenden medizinischen Problemen, die nicht lebensbedrohlich sind, erreichen Sie den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116117.

Wenn Sie dringend mit jemandem sprechen möchten, ist die TelefonSeelsorge rund um die Uhr anonym und kostenfrei erreichbar: unter 0800 1110111, 0800 1110222 oder 116 123. Sie bietet Gespräche in einer Krise an und ersetzt bei unmittelbarer Gefahr nicht den Rettungsdienst.

4. Wer bietet die Unterstützung an?

In Deutschland ist die Berufsbezeichnung „Psychotherapeutin“ oder „Psychotherapeut“ gesetzlich geschützt. Achten Sie darauf, dass die Person für Ihr Anliegen qualifiziert ist und eine Approbation hat. Das ist die staatliche Berufszulassung. Auch Heilpraktikerinnen und Heilpraktiker können Psychotherapie anbieten. Diese Leistungen bezahlt die gesetzliche Krankenversicherung nicht.

Die Bezeichnung „Coach“ ist dagegen nicht geschützt. Fragen Sie deshalb nach Ausbildung und Erfahrung. Klären Sie auch, was die Person tut, wenn Sie psychische Beschwerden schildern. Ein seriöses Angebot benennt seine fachlichen Grenzen und verweist Sie an eine psychotherapeutische oder ärztliche Fachperson, wenn Ihr Anliegen eine Behandlung erfordert.

5. Passt das Angebot fachlich und finanziell?

Klären Sie vor dem Start, welches Ziel Sie verfolgen, wie die Termine ablaufen und woran Sie Fortschritte erkennen wollen. Fragen Sie auch nach den Kosten und danach, ob Ihre Versicherung sie übernimmt. Bei privaten Versicherungen unterscheiden sich die Bedingungen; klären Sie die Kostenübernahme am besten direkt mit Ihrer Versicherung.

Zu Beginn einer psychotherapeutischen Behandlung gibt es sogenannte probatorische Sitzungen. In diesen ersten Gesprächen lernen Sie die Therapeutin oder den Therapeuten kennen. Sie besprechen einen Behandlungsplan und prüfen, ob die Zusammenarbeit für Sie passt. Für Erwachsene sind dafür zwei bis vier Sitzungen von jeweils 50 Minuten vorgesehen. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen diese Probesitzungen. Für eine Psychotherapie, die den Richtlinien der Krankenkassen entspricht, übernehmen sie grundsätzlich die Kosten, wenn die Voraussetzungen erfüllt sind.

Coaching kann bei beruflichen und persönlichen Zielen hilfreich sein. Studien zu Coaching am Arbeitsplatz zeigen positive Effekte bei den untersuchten Ergebnissen. Daraus folgt jedoch nicht, dass Coaching eine Psychotherapie bei einer psychischen Erkrankung ersetzen kann. Wenn Beschwerden während des Coachings stärker werden oder das Angebot nicht ausreicht, sollten Sie eine fachliche Abklärung vereinbaren.

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